Das RØDE NT1 (5. Generation) ist ein Großmembran-Kondensatormikrofon mit Dual-Connect über XLR und USB-C, das seit 2023 als direkter Nachfolger des eingestellten RØDE NT1A im Homerecording läuft. Mit 4 dB Eigenrauschen setzt es eine Marktbestmarke unter Studio-Kondensatoren, klingt linearer als der NT1A und nimmt im 32-Bit-Float-USB-Modus clipping-frei auf.
Das Wichtigste vorab:
Ist das RØDE NT1 der Nachfolger des NT1A? Ja, RØDE hat die Produktion des NT1A eingestellt und empfiehlt selbst das NT1 (5. Generation) als Alternative. Das NT1 erbt die ikonische NT1-Klangsignatur seit 1991 und ergänzt sie um Dual-Connect-Anschluss und 32-Bit-Float-USB.
Was kann das RØDE NT1 besser als das NT1A? Das NT1 hat 4 dB Eigenrauschen statt 5 dB, 142 dB Max-SPL statt 137 dB, USB-C zusätzlich zu XLR und Onboard-DSP mit APHEX-Effekten. Klanglich linearer, weniger Höhen-Hype, vielseitiger im Mix.
Brauche ich ein Audio Interface für das RØDE NT1? Nein, das NT1 läuft direkt über USB-C am Rechner mit 32-Bit-Float-Aufnahme. XLR mit 48V Phantomspeisung bleibt parallel verfügbar.

RØDE NT1
Meine Bewertung: 4,2
Das RØDE NT1 ist seit 2023 die moderne Neuauflage des NT1-Klassikers von 1991: Großmembran-Kondensator mit Niere, ausgelegt für Gesang, Akustikgitarre und alles was sauber aufgenommen werden soll. Dual-Connect über XLR oder USB-C, dazu der erste 32-Bit-Float-Digitalausgang am Markt. Klanglich linearer und neutraler als der eingestellte NT1A, mit weniger Höhen-Hype und mehr Flexibilität im Mix.
Vorteile
Nachteile
Hardfacts auf einen Blick
- Mikrofontyp: Großmembran-Kondensator, HF6 1-Zoll Kapsel
- Richtcharakteristik: Niere
- Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz
- Eigenrauschen: 4 dB(A) — leisestes Studio-Kondensatormikrofon weltweit
- Max. Schalldruck: 142 dB SPL
- Anschluss: XLR (3-Pin, symmetrisch) + USB-C (Dual Connect)
- USB-Auflösung: 32-Bit Float (Welterstes Mikrofon mit dieser Tech)
- Phantomspeisung (XLR-Modus): 24V oder 48V (P24 oder P48)
- PAD: keiner (nicht nötig dank 142 dB SPL)
- Filter: Onboard-DSP via RØDE Central / Connect (Hochpass, Kompressor, Rauschunterdrückung, APHEX Aural Exciter, Big Bottom)
- Am besten für: Singer/Songwriter, Vocal-Aufnahmen, Akustikgitarre, Podcast, Hybrid-Setup ohne Interface
Was ist im Lieferumfang enthalten?

- RØDE NT1 (Großmembran-Kondensatormikrofon (Schwarz oder Silber)
- SM6-Studio-Spinne mit integriertem Gewebe-Popfilter
- 6 m XLR-Kabel
- 3 m USB-C auf USB-C Kabel
- Staubschutzbeutel
Nicht enthalten:
- Mikrofonstativ oder Galgenarm
- Audio Interface (für XLR-Modus)
- USB-A-Adapter (falls am Rechner kein USB-C-Port vorhanden)
Im Vergleich zum eingestellten NT1A fehlt das Mikrofonstativ. Wer aus dem NT1A-Bundle wechselt, kann das vorhandene Millenium-Stativ einfach übernehmen.
Features im Detail
Das NT1 ist bewusst schlicht aufgebaut. Keine Schalter, keine Filter, keine Schaltoptionen. Das klingt nach Nachteil, hat aber in der Praxis einen Grund. Drei Funktionen unterscheiden es deutlich vom NT1A.
Dual Connect: XLR und USB-C im selben Mikrofon
Am unteren Ende sitzen beide Anschlüsse parallel. Im XLR-Modus läuft das Mikro klassisch über Audio Interface mit 48V Phantomspeisung. Im USB-C-Modus geht es direkt an den Rechner, ohne Interface, ohne Treiber-Installation. Beide Modi liefern denselben Mikrofon-Sound, der USB-Modus aktiviert zusätzlich das Onboard-DSP.
Für Singer/Songwriter heißt das: Aufnahme im Heimstudio über Interface, mobile Demo-Aufnahmen direkt am Laptop ohne Zukauf-Liste.
32-Bit Float Aufnahme via USB
RØDE hat mit dem NT1 (5. Generation) als Erstem 32-Bit Float in die Mikrofontechnik gebracht. In der Praxis bedeutet das: Du kannst nicht mehr clippen. Selbst wenn du den Pegel zu hoch setzt und plötzlich laut wirst, bleibt das Signal in der DAW unbeschädigt und lässt sich nachträglich sauber heruntermischen.
Bei klassischer 24-Bit-Aufnahme entsteht bei zu hohem Pegel digitale Verzerrung, die Aufnahme ist verloren. Mit 32-Bit Float bleibt der gesamte Dynamikbereich erhalten, das Pegeln passiert nach der Aufnahme.
Onboard-DSP mit APHEX-Effekten
Im USB-Modus kannst du direkt im Mikrofon DSP-Effekte aktivieren. RØDE hat den legendären APHEX Aural Exciter und Big Bottom integriert, dazu Kompressor, Hochpassfilter und Rauschunterdrückung. Die Steuerung läuft über die kostenlosen Apps RØDE Central oder RØDE Connect.
Für Podcast oder Demo-Aufnahmen heißt das: Studio-Sound direkt aus dem Mikro, ohne Plugins in der DAW.

Klang & Praxis
Das NT1 klingt linear und neutral, mit der klassischen NT1-Signatur seit 1991. Wer das NT1A kennt, hört sofort den Unterschied: weniger Präsenz-Boost in den Höhen, weniger Luft-Anhebung um 12 kHz, weniger Klangkorrektur.
Für Singer/Songwriter ist das ein Gewinn. Akustikgitarre kommt offen und natürlich, ohne dass die Höhen sich vordrängen. Vocals sitzen direkt im Mix, ohne dass De-Esser sofort Pflicht wird. Bei männlichen wie weiblichen Stimmen funktioniert das NT1 (5. Generation) zuverlässig, scharfe S-Laute werden weniger verstärkt als beim NT1A.
In meinen Coachings sehe ich das NT1 inzwischen häufiger als das NT1A. Wer ohne Interface anfängt und über USB direkt aufnimmt, profitiert von 32-Bit Float und DSP. Wer später auf Interface-Setup umsteigt, behält dasselbe Mikrofon.
Im direkten Mikrofon-Vergleich zu einem Shure SM7B oder einem Lewitt LCT 440 Pure bleibt das Rode NT1 ein Großmembran-Kondensator mit dem typischen offenen Sound. Das SM7B ist die robustere Wahl für unbehandelte Räume und Rock-Vocals, das Lewitt LCT 440 Pure spielt eine Klasse darüber. Das Rode NT1 ist die universelle Empfehlung für Homerecording mit Ambitionen.
RØDE NT1A oder RØDE NT1: Was ist der Unterschied?
RØDE hat die Produktion des NT1A eingestellt. Restbestand ist bei Thomann noch verfügbar, Nachschub kommt nicht mehr. Wer heute kauft, sollte direkt das NT1 (5. Generation) nehmen.
Was das NT1 (5. Generation) besser macht:
- Eigenrauschen: 4 dB(A) statt 5 dB(A) beim NT1A
- Max-SPL: 142 dB statt 137 dB
- Anschluss: XLR + USB-C statt nur XLR
- 32-Bit Float: weltweit erste Implementierung, NT1A hat keine USB-Option
- Onboard-DSP: APHEX Aural Exciter, Big Bottom, Kompressor, Hochpass, Rauschunterdrückung
- Klang: linearer Frequenzgang, weniger Höhen-Korrektur im Mix nötig
Was das NT1A im direkten Vergleich besser hatte:
- Bundle mit Stativ: das NT1 kommt nur mit Spinne und Kabeln, ohne Stativ
- Niedrigerer Einstiegspreis: rund 189€

Wenn du noch ein NT1A-Restexemplar bei Thomann findest:
- Du brauchst zwingend ein Audio Interface mit 48V (kein USB)
- Du suchst ein Komplett-Bundle mit Stativ zum Einstiegspreis
- Du magst hellere Höhen mit Präsenz-Boost
- Du nimmst hauptsächlich Akustikgitarre oder männliche Vocals auf
Wenn du das Rode NT1 nimmst:
- Du willst Dual-Connect XLR + USB-C und damit Zukunftssicherheit
- Du willst Clipping-frei aufnehmen mit 32-Bit Float
- Du willst Onboard-DSP für Podcast oder Demo-Aufnahmen
- Du willst einen linearen Sound mit weniger Korrektur-Bedarf
- Du nimmst sowohl männliche als auch weibliche Stimmen oder Instrumente mit viel Obertonanteil auf
Für die allermeisten Kaufentscheidungen ist das Rode NT1 (5. Generation) die richtige Wahl.
Zubehör-Check: Was brauchst du noch?
Im Rode Karton fehlt das Stativ. Der Rest hängt davon ab, ob du XLR oder USB nutzt.
USB-Setup: Du brauchst nichts mehr
Im USB-Modus läuft das Mikrofon direkt am Rechner. Kein Interface, kein Treiber, keine Phantomspeisung. RØDE Central oder RØDE Connect installieren, USB-C einstecken, aufnehmen. Für Singer/Songwriter mit Laptop-Setup das einfachste mögliche Setup.
XLR-Setup: Du brauchst ein Audio Interface mit 48V
Im XLR-Modus läuft das NT1 wie jedes klassische Kondensatormikrofon mit 48V Phantomspeisung über XLR-Eingang. Jedes moderne Einsteiger-Interface bietet das.
Brauchst du mehr Zubehör?
- Mikrofonstativ: Im Bundle nicht enthalten. Ein Millenium MS 2003 oder ein K&M-Galgenstativ reicht für Homestudio-Anwendungen.
- Popschutz: Im Lieferumfang integriert in der Spinne, reicht für die meisten Vocal-Aufnahmen.
- Raumakustik: Ohne Basis-Absorption im Raum klingt jedes Kondensatormikrofon problematisch. Wenn dein Raum stark reflektiert, lies vorher Raumakustik im Homestudio verstehen.
- USB-A-Adapter: Falls dein Rechner keinen USB-C-Port hat, brauchst du einen USB-C-zu-USB-A-Adapter.
Brauchst du einen Gelenkarm oder ein Stativ?
Das NT1 wiegt rund 520 g und kommt ohne Stativ. Für längere Vocal- oder Podcast-Sessions empfehle ich einen Gelenkarm: stabil, beweglich, entkoppelt vom Studiotisch.
Wer ein klassisches Galgen-Stativ nimmt, sollte es nicht auf dem gleichen Tisch wie Keyboard oder Maus stehen lassen. Sonst landen Tippgeräusche direkt im Signal.

RØDE PSA 1+
RØDE PSA 1+ Galgenarm
Der RØDE PSA 1+ ist ein Studio-Gelenkarm mit Doppelfederung. Trägt bis 1,1 kg, Reichweite 92 cm, integrierte Kabelführung im Innenrohr. C-Klemme oder Tisch-Bolzen-Montage, 360° drehbar.
Hält das NT1 stabil in jeder Position und übersteht tausend Umpositionierungen pro Jahr ohne Setzungs-Erscheinungen.

K&M 210/2
König & Meyer Mikrofonstativ
Deutscher Galgenstativ-Standard aus Stahl: 90 bis 160 cm Höhe, 84 cm Auslage am Schwenkarm, faltbares Dreibein. Seit 1967 nahezu unverändert produziert, über zwei Millionen Stück verkauft. Solide Sache.
Häufige Fragen
Ist das RØDE NT1 der Nachfolger des NT1A?
Ja, RØDE hat die Produktion des NT1A eingestellt und empfiehlt das NT1 (5. Generation) als Alternative. Beide haben unterschiedliche Stammbäume: das NT1 stammt aus der Original-Linie von 1991 und ist 2023 in der 5. Generation neu erschienen, das NT1A war seit 1995 die parallel geführte Variante mit hellerem Voicing.
Was kann das RØDE NT1 besser als das NT1A?
Das NT1 hat 4 dB Eigenrauschen statt 5 dB, 142 dB Max-SPL statt 137 dB, USB-C zusätzlich zu XLR, 32-Bit-Float-Digitalausgang und Onboard-DSP mit APHEX-Effekten. Klanglich linearer als das NT1A mit weniger Höhen-Hype.
Brauche ich ein Audio Interface für das RØDE NT1?
Nein, das NT1 (5. Generation) läuft im USB-Modus direkt am Rechner ohne Interface. Im XLR-Modus brauchst du wie beim NT1A ein Audio Interface mit 48V Phantomspeisung.
Was ist 32-Bit-Float-Aufnahme und wozu brauche ich das?
32-Bit Float ist eine digitale Aufnahmeauflösung, bei der das Signal nicht mehr clippen kann. Egal wie laut du sprichst oder singst, das Signal bleibt in der DAW unbeschädigt und lässt sich nachträglich pegeln. RØDE hat mit dem NT1 als Erstem diese Technik in einem Mikrofon umgesetzt.
Welches Interface passt zum RØDE NT1?
Jedes Audio Interface mit XLR-Eingang und 48V Phantomspeisung reicht aus. Für Einsteiger sind das Focusrite Scarlett Solo oder das Steinberg UR22C eine solide Wahl. Wer im USB-Modus bleibt, braucht gar kein Interface.
Funktioniert das RØDE NT1 auch ohne RØDE Central App?
Im XLR-Modus ja, dort verhält es sich wie ein klassisches Kondensatormikrofon. Im USB-Modus läuft das Grundsignal auch ohne App, aber DSP-Funktionen wie Kompressor und APHEX-Effekte lassen sich nur über RØDE Central oder RØDE Connect aktivieren.
RØDE NT1 (5th Gen) oder NT1 Signature Series: Was ist der Unterschied?
Die NT1 Signature Series ist seit November 2023 die parallele Variante des NT1 ohne Dual-Connect: nur XLR, kein USB-C, kein 32-Bit Float, kein Onboard-DSP. Klanglich gleiche Spitzenwerte (4 dB Eigenrauschen, 142 dB Max-SPL, dieselbe HF6-Kapsel) und der klassische warme NT1-Sound. Erhältlich in Schwarz und limitierten Farben (Rot, Grün, Lila, Pink, Blau, Kobalt, Weiß). Wer kein USB braucht und kein Setup-Geld für DSP investieren will, bekommt mit der Signature Series den NT1-Klang zum kleineren Preis.
RØDE NT1 (5th Gen) oder Shure SM7B: Was ist besser?
Das hängt vom Setup ab. Das NT1 (5. Generation) ist ein Großmembran-Kondensator mit offenem, neutralem Sound, ideal für behandelte Räume und Singer/Songwriter. Das Shure SM7B ist ein dynamisches Mikrofon mit hoher Raumtoleranz, ideal für unbehandelte Räume und Rock-Vocals. Wer beides ausprobieren will, fängt mit dem NT1 (5. Generation) an.



