Christian Benner · Zuletzt aktualisiert: März 30, 2026  
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Inear Rack bauen -Case Mixer Funk Wlan Behringer WingInear Rack bauen -Case Mixer Funk Wlan Behringer Wing
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  • Inear Rack selbst bauen – Planung, Einkauf und professioneller Aufbau für den Live-Einsatz

Ein Inear Rack selbst zu bauen ist kein Hexenwerk.
Gleichzeitig ist es aber auch nichts, was man mal eben zwischen zwei Proben erledigt. 

Der Hauptgrund für ein eigenes In-Ear Monitoring Rack ist neben dem eigentlichen In-Ear Sound ganz pragmatisch: Geld sparen, Zeit sparen und Stress vermeiden. Ein gut geplantes Inear Rack lässt sich auf der Bühne schnell aufbauen, deshalb genauso schnell wieder abbauen und funktioniert bei jedem Gig gleich. Anschließen, einschalten, fertig.

Inear Rack Bauen Christian Benner Audio Engineer livesound

Mein fertiges Rack für 5 Musiker, davon 2x Sänger mit Funkstrecken. Catcore & Customblende

Vorwort (Stand: Apr. 2026)

Ich habe für die Planung meines Racks ca. 3 Monate gebraucht. Klingt viel? 

Das was am meisten Zeit schluckt, ist die Recherche der ganzen Kleinteile. Von Aderendhülsen bis Zugentlastung. Du kannst dich aber jetzt freuen, denn der ganze Kram steht hier drin. Inklusive Links und Einkaufslisten.

Dieser Artikel soll dir helfen einzuschätzen, ob und wie ein eigenes Inear Rack für dich sinnvoll ist. Wer einfach Geräte in ein Rack schraubt und lose Kabel hineinlegt, bekommt am Ende zwar Ton – aber kein funktionierendes System.

Genau aus diesem Grund geht es hier darum, ein kompaktes und übersichtliches Inear Rack für den Live-Betrieb selbst zu bauen. Der Fokus liegt auf sinnvoller Planung, festen Kabelwegen und einer sauberen Umsetzung mit guter Preis-Leistung, die auch nach vielen Gigs noch nachvollziehbar bleibt.

Ein gleichbleibender In-Ear-Sound ergibt sich dabei automatisch – als Ergebnis eines durchdachten Aufbaus, nicht als leeres Versprechen.

Du lernst in diesem Artikel:

  • wie du dein Inear Rack sinnvoll planst - für schnellen Auf- & Abbau
  • welche Komponenten nötig sind – und welche nicht
  • wo & wie du massiv Geld sparen kannst
  • welche Denkfehler dir garantiert graue Haare bereiten
  • wie du alles logisch verkabelst und wartungsfreundlich fertigstellst

Direkt-Info (Mein Rack):


Inhaltsverzeichniss

1. Die Bedarfsanalyse: Was muss dein Rack können?

Bevor du die erste Schraube drehst, kläre diese drei Kernfragen. Sie entscheiden über Frust oder Erfolg am Gig-Tag.

Hinweis:

Der Aufbau in diesem Artikel ist auf den Live-Betrieb ausgelegt. Wenn du dein Inear Rack nur im Proberaum nutzt, kannst du viele Schritte später vereinfachen – die Grundlagen bleiben trotzdem hilfreich.

1.1 Einsatzort: Proberaum vs. Live-Betrieb

  • Proberaum: Stationär, Aufbauzeit spielt kaum eine Rolle, evtl. Bandaufnahmen.
  • Live-Rack: Ständiger Transport, Zeitdruck beim Changeover und wechselnder Strom. 

1.2 Nutzungsfrequenz: Hobby vs. Touring

  • Gelegentlich: Verzeiht kleine Unsauberkeiten.
  • Regelmäßig: Erfordert stabile Mechanik, saubere Zugentlastung und eine logische Verkabelung. Je öfter du aufbaust, desto wichtiger wird ein reproduzierbares System.

1.3 Teamgröße: Wie viele Musiker?

Die Anzahl der Musiker diktiert In-Ear-Strecken, Ausgänge und Rackgröße.

Pro-Tipp: Plane eine kleine Reserve ein. Ein zusätzlicher Weg kostet beim Bau kaum mehr, erspart dir aber später den kompletten Umbau des Systems.

2) Budget und Umfang – woraus sich die Kosten wirklich zusammensetzen

Wie teuer ein Inear Rack am Ende wird, hängt nicht an einer einzelnen Entscheidung. Es ergibt sich aus mehreren Bausteinen, die zusammen funktionieren müssen. Wer hier unsauber plant, gibt später doppelt Geld aus.

Grundsätzlich lassen sich die Kosten für das gesamte Equipment eines Inear Racks in drei Bereiche aufteilen:

  • Case
  • Geräte im Rack
  • Verkabelung und Zubehör

Diese Aufteilung hilft, das Budget realistisch einzuschätzen – und an den richtigen Stellen Prioritäten zu setzen.

Budgetverteilung

10%

Case

60%

Rackgeräte

30%

Zubehör

Der Kosten-Anteil des Zuberhörs sollte nicht unterschätzt werden.

2.1 Das Case

Das Rackcase ist kein Zubehör, sondern Teil des Systems. Es entscheidet darüber.

  • wie kompakt das Setup ist
  • wie gut die Technik geschützt wird
  • wie stressfrei Transport und Aufbau ablaufen

Ein günstiges, instabiles Case rächt sich schnell, vor allem im Live-Betrieb.

Ob Bandbus, Anhänger oder eigener Kofferraum entscheidet früh darüber, wie groß und schwer das Inear Rack geplant werden kann. Wer alles selbst im Auto transportiert, stößt schnell an Grenzen. Nicht jedes Fahrzeug nimmt ein tiefes, voll bestücktes Rack problemlos auf.

Auto und Bandbus beladen mit Racks zum größenvergleich

Eine Alternative ist, das System auf mehrere kleinere Racks oder Cases aufzuteilen. Das erleichtert den Transport, bedeutet aber:

  • mehr externe Kabel
  • mehr Steckverbindungen
  • mehr Aufwand beim Aufbau

Diese Entscheidung beeinflusst den gesamten Aufbau des Inear Racks und sollte früh getroffen werden.

Für den Touring-Alltag gilt meist:
Ein Case mit Rollen ist sinnvoll, oft sogar notwendig. Wer regelmäßig auf- und abbaut, will ziehen und nicht tragen.

Transportmöglichkeit

Wer mit Bus, Anhänger oder externer Lagerung bei einem Dienstleister arbeitet, kann größer und schwerer planen. Ein großes, rollbares Rack ist auf der Bühne schnell einsatzbereit, setzt aber entsprechende Transportmöglichkeiten voraus.


Mehrere kleinere Cases sind kofferraumfreundlicher, kosten dafür Zeit beim Verkabeln. Diese Entscheidung sollte früh getroffen werden – sie beeinflusst den gesamten Aufbau des Inear Racks.


2.2 Geräte im Rack – Rackmixer, Funkstrecken und Netzwerk

Der größte Teil des Budgets fließt in die Geräte im Rack. Dazu gehören.

  • der Rackmixer
  • In-Ear-Funkstrecken
  • ggf. Funkmikrofone
  • optional WLAN- / Netzwerk-Komponenten
Behringer Wing Rackmixer mit Midas DL16 Stagebox

Rackmixer

Der Rackmixer legt den Rahmen des gesamten Systems fest. Entscheidend sind dabei weniger Features oder Effekte, sondern ganz praktische Fragen:

  • Wie viele Inputs werden benötigt?
  • Wie viele physische Outputs stehen zur Verfügung?

Diese Werte bestimmen, wie viele Musiker versorgt werden können und wie flexibel das Setup ist. Klang, Plugins oder Bedienoberflächen spielen für die grundsätzliche Planung eine untergeordnete Rolle.

Sennheiser Funkstrecken Inear und Mikrofone mit Antennen in einem Inear Rack verbaut

In-Ear und Mikrofon Funkstrecken

Die Funkstrecken sind einer der größten Kostenpunkte im gesamten Setup. Hier trennt sich sehr schnell brauchbar von halbgar. Zuverlässigkeit, Reichweite und Stabilität sind im Live-Betrieb wichtiger als ein niedriger Preis.

Wenn hier gespart wird, zeigt sich das meist zuerst – und zwar auf der Bühne.

WLAN und Netzwerk (optional)

Viele moderne Rackmixer lassen sich per Tablet oder smartphone steuern. Dafür braucht es ein stabiles Netzwerk. Das ist kein Muss, erhöht aber den Komfort deutlich.

Wichtig dabei:

  • Das WLAN sollte stabil sein
  • In vielen Fällen ist ein externer Router sinnvoller als das interne WLAN des Mixers

Netzwerk und Tablet-Steuerung sind optional, sollten aber früh mitgedacht werden, wenn sie genutzt werden sollen.

Ein rack mit vielen kabeln

Negativbeispiel für eine unsauber geplante Verkabelung

2.3 Verkabelung und Zubehör

Dieser Bereich wird häufig unterschätzt, macht aber einen erheblichen Teil des Gesamtaufwands aus. Dazu zählen:

  • Patchblende
  • Kabelmeterware
  • Stecker
  • Stromverteilung
  • Kleinteile wie Schrumpfschlauch, Kabelbinder, Aderendhülsen

Budgetkiller

Gerade bei der Verkabelung liegt einer der größten Hebel, um Kosten zu sparen.

Fertige Kabel, Patchkabel und fertige Stromverteilungen sind bequem, treiben den Gesamtpreis aber massiv nach oben. Wer sein Inear Rack komplett mit konfektionierten Kabeln aufbaut, zahlt hier schnell mehr, als nötig wäre.


XLR-Kabel selbst zu löten, Längen sinnvoll zu planen und die Verkabelung auf das eigene Rack anzupassen, spart nicht nur Geld, sondern sorgt auch für Ordnung und Übersicht. Genau deshalb nimmt der Kabelbau in diesem Artikel so viel Raum ein – hier lässt sich mit etwas Zeit und sauberer Arbeit am meisten herausholen.

3) Die Planung für dein individuelles Inear Rack

In diesem Kapitel geht es nicht ums Basteln, sondern um saubere Entscheidungen.
Alles, was du hier festlegst, bestimmt später Aufbauzeit, Zuverlässigkeit und Kosten.

Inear Rack case bauen monitoring 19 zoll he "

3.1 Das richtige Case für dein individuelles Rack

Das Case ist die Basis deines gesamten Inear Racks.
Alle weiteren Entscheidungen bauen darauf auf – Geräte, Verkabelung, Gewicht und Transport.

Bevor du über Mixer, Funk oder Netzwerk nachdenkst, solltest du wissen, wie dein Rack im Alltag aussehen und bewegt werden soll.

Transport entscheidet

Die wichtigste Frage zuerst: Wie wird das Rack transportiert?

  • Bandbus, Anhänger oder externe Lagerung
    → Größe und Gewicht sind weniger kritisch
    → Rollen sind Pflicht
    → Fokus liegt auf schnellem Aufbau
  • Eigener PKW / Kombi / kleiner Transporter
    → Tiefe und Gewicht werden schnell zum Limit
    → oft besser mehrere kleinere Racks
    → mehr Verkabelung, dafür besser transportierbar

Ein großes, rollbares Rack ist auf der Bühne ideal.
Im Kofferraum kann genau dieses Rack aber zum Problem werden.

Skizze von einem Rackcase mit Outboard gear

Frontansicht: Beispielskizze von stagerack.com

Rackhöhe (HE) und Tiefe realistisch planen

Ein häufiger Fehler ist, das Case zu knapp zu wählen.

Plane nicht nur die Geräte ein, sondern auch:

  • Patchpanels
  • Stromversorgung
  • Kabel auf der Rückseite
  • Schubladen
  • optionale Blenden, z. B. für Antennen
  • mindestens 1 HE Reserve

In der Praxis sind Schubladen meist schneller voll als gedacht.
Oft liegen dort:

  • Bodypacks der In-Ear-Strecken
  • Funkmikrofone
  • Batterien oder Akkus
Seitenansicht eines Monitorracks Skizze am Computer planen

Seitenansicht: Beispielskizze von stagerack.com

Allein dafür ist eine Schublade häufig komplett belegt. Ob zusätzlich noch Platz für weiteres Zubehör im Rack sinnvoll ist, hängt vom persönlichen Workflow ab.

Mehr Schubladen bedeuten:

  • mehr Höhe
  • mehr Gewicht
  • schnell der Schritt Richtung großes Touring-Rack mit Rollen

Alternativ können Bodypacks, Gesangsmikrofone und Zubehör auch separat in Taschen oder Koffern transportiert werden. Das spart Platz und Gewicht im Rack, erfordert aber mehr Organisation.

Online Rackplaner

Wer richtig ambitioniert ist, kann zur Planung und zur Visualisierung einen Rackplaner nutzen. Dabei hilft besonders die Profilansicht, wenn man Geräte Front- & Rückseitig einbauen will.  


Hersteller: https://stagerack.com/

Kompakt vs. komfortabel – ein Praxisbeispiel

Es gibt auch bewusst sehr günstige und zugleich kompakte DIY-Ansätze, bei denen auf große Racks, viele Schubladen und umfangreiche Funktechnik verzichtet wird.

Ein gutes Beispiel dafür ist dieses Video:

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Mehr Informationen

Der Ansatz dahinter:

  • Alles DIY
  • maximal kompakt
  • sehr schneller Aufbau
  • möglichst wenig Funk
  • klare, feste Signalwege
  • viel Audio over Ethernet

Bodypacks und Funkmikrofone werden hier nicht im Rack gelagert, sondern extern transportiert. Das spart Höhe, Gewicht und Kosten, funktioniert aber nur, wenn der Ablauf klar definiert ist und alle Beteiligten mitziehen.

Solche Setups können extrem günstig und mobil sein, sind aber nicht für jeden Live-Alltag ideal.


Ein großes Rack oder mehrere kleine?

Es gibt nicht die eine richtige Lösung. Ob ein großes zentrales Rack oder mehrere kleinere Cases sinnvoller sind, hängt vom Transport, vom Einsatzzweck und vom eigenen Workflow ab.

Die folgende Übersicht zeigt drei typische Varianten, die sich im Live-Alltag bewährt haben – von kompakt bis Touring. Jede davon hat klare Vor- und Nachteile.

Case-Typ Typischer Einsatz Vorteile Nachteile Beispiel
Kompaktes Rack PKW, kleine Gigs leicht, mobil wenig Reserve SKB Roto Molded 6U Shallow Rack
Zentrales Live-Rack regelmäßiger Livebetrieb schneller Aufbau, übersichtlich schwerer Thon Rack 8U Live 45 BK RR
Großes System-Rack Bus, Anhänger, Lagerung viel Platz, robust groß, schwer Thon SD 14U System Rack 600

Maße (HE/Tiefe) vor dem Kauf immer mit den eigenen Geräten abgleichen.

Achtung bei hohen Racks und schweren Inhalten

Gerade bei höheren Racks mit schweren Endstufen, Rackmixern oder vollbeladenen Stahlschubladen stoßen die vorderen Ohren an ihre mechanischen Grenzen.


Die Lösung sind innere Rackschienen (Gleitschienen).

Diese interne Abstützung funktioniert konstruktionsbedingt nur bei System-Racks. Bei normalen 19-Zoll Standard-Cases fehlen meist die notwendigen Befestigungspunkte dafür.

  • Touring-Standard: Die bewährten Schienen RACK M-RAIL SET von Adam Hall sind oft über Monate (aktuell seit über 3 Monaten) nicht lieferbar.
  • Alternative: Ich habe nach Stunden Suche endlich auf Amazon was gefunden, das passt.
19 Zoll Rackschienen Adam Hall Alternative
  • Passend für Thon System 600 Racks
  • Alternative zu Adam Hall Rack M-Rail

Triff hier eine klare Entscheidung, bevor du weitergehst:

  • Was muss wirklich im Rack untergebracht sein?
  • Brauche ich Schubladen – und wenn ja, wie viele?
  • Will ich alles in einem großen Rack oder lieber kompakt und modular?
  • Wie viel Gewicht ist im Alltag realistisch?

Komfort, Gewicht, Kosten und Kompaktheit stehen immer in Beziehung zueinander.
Es gibt nicht die eine richtige Lösung – aber eine, die zu deinem Einsatz passt.

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Meine Entscheidungshilfe

Christian Benner

3.2 Die Audio-Geräte im Rack – Rackmixer & Funkstrecken

In diesem Abschnitt geht es um die zentralen Geräte, die den Funktionsumfang und einen großen Teil des Budgets bestimmen. Hier lohnt es sich, strukturiert vorzugehen und nicht einfach das zu kaufen, was gerade empfohlen wird.

Stage Rack Mixer Behringer Wing rack 19" zoll Band musiker

3.2.1 Der Rackmixer – das Herz des Systems

Der Rackmixer ist die Schaltzentrale deines gesamten Inear Racks. Er entscheidet darüber, 

  1. Wie viele Signale du verarbeiten kannst
  2. Wie viele Musiker versorgt werden
  3. Wie flexibel das System später erweiterbar ist

Wichtiger als Features oder Klangbeschreibungen sind dabei zwei Zahlen:

  • Anzahl der Inputs
  • Anzahl der physikalischen Outputs

Etablierte StageRack Mixer, die man im Live-Bereich findet, sind z. B.

Inear Rack Mixer Allen heath SQ Rack Monitoring

Allen & Heath SQ-Rack

Bewertung: 4,4

Das SQ-Rack ist weniger verspielt, dafür sehr klar strukturiert.

Wer ein stabiles System ohne viel Schnickschnack sucht, ist hier richtig. Läuft zuverlässig, auch im Touring-Alltag. 

  • 16 XLR Inputs
  • 8 XLR Outputs
Meine Wahl
Inear Rack Mixer Behringer Wing

Behringer Wing Rack

Bewertung: 4,5

Das Behringer Wing Rack ist ein sehr flexibler Digitalmixer mit viel Luft nach oben.

Ideal, wenn viele Inputs, mehrere In-Ear-Wege und ein autarkes Setup gefragt sind. Genau deshalb ist er für größere Live-Racks interessant.

  • 24 XLR Inputs
  • 8 XLR Outputs
Inear Rack Mixer Soundcraft UI24 Monitroring Rack

Soundcraft UI24R

Bewertung: 3,7

Der Ui24R ist klein, leicht und komplett browserbasiert.

Kein App-Zwang, kein großes Setup. Gut für kleinere bis mittlere Racks. Integriertes W-LAN., allerdings sehr schwach.

  • 20 XLR Inputs
  • 10 XLR Outputs
Ich selbst habe mich für das Behringer Wing Rack entschieden, weil es in Bezug auf Inputs, Outputs und Preis-Leistung aktuell sehr stark aufgestellt ist. Andere Lösungen funktionieren genauso gut – entscheidend ist, dass der Mixer zu deinem Setup passt.
Inear Rack bauen liverack bühne Stage 19" zoll HE

3.2.2 In-Ear-Funkstrecken – teuer, sensibel, genau planen

In-Ear-Funkstrecken sind einer der kritischsten Punkte im gesamten Setup.
Hier geht es nicht um Komfort, sondern um Zuverlässigkeit und Sicherheit auf der Bühne.

Die Platzhirsche im Funk

Im Live-Alltag haben sich vor allem Systeme von Sennheiser und Shure etabliert. Das sind bewährte Industriestandards – alles darunter ist oft ein Kompromiss.


Sennheiser (Made in Germany): https://sennheiser.com

Shure (Made in USA): https://shure.com/

Analog vs. digital – was man wirklich merkt

Analoge In-Ear-Systeme sind die klassische Technik:

  • man hört Rauschen
  • man hört Einstreuungen
  • Störungen kündigen sich oft früh an

Das ist nicht schön, aber vorhersehbar.

Digitale In-Ear-Systeme funktionieren anders:

  • kein Rauschen
  • keine Einstreuungen
  • sauberes Signal, solange die Verbindung steht

Wenn etwas schiefgeht, gibt es kurze Dropouts – entweder Signal oder eben keins. Digitale In-Ear-Systeme sind technisch sehr stark, aber:

  • sehr teuer
  • aktuell eher im Touring- und Rental-Bereich angesiedelt

Systeme wie Sennheiser Spectera oder Shure Axient Digital PSM sind für Bands wirtschaftlich aktuell meist nicht sinnvoll. Allein ein Bodypack kann hier schnell um die 1.000 Euro kosten.

Inears Systeme für Bands (Stand 2026)

Für selbst finanzierte Band-Setups gilt aktuell:

  • In-Ear digital → technisch top, finanziell oft Overkill
  • In-Ear analog → deutlich günstiger, bewährt, live-tauglich
Sennheiser Inear Rack bauen

Sennheiser SR 2050 + EK 2000

Meine Bewertung: 4,5

Ich habe mich für das Sennheiser IEM 2000 System entschieden, weil es für meinen Anwendungsfall am meisten Sinn ergibt.

Der Hauptgrund ist simpel: 1 HE im Rack und 4 Musiker versorgt.

Der SR 2050 ist ein 2-Kanal-Sender, den ich als vier Mono-In-Ear-Wege nutze. Damit kann ich vier Musiker mit Mono-In-Ear versorgen – mit einem einzigen 1-HE-Gerät und vier Bodypacks. Kompakter und übersichtlicher geht es kaum.

Qualität

Für mich war wichtig, dass das System zuverlässig läuft und sich sauber ins Rack integrieren lässt. Der SR 2050 bietet genau das – inklusive Netzwerkanschluss für RF Planung am Laptop. Das System ist seit Jahren im Live-Betrieb etabliert und funktioniert einfach.

Bedienung

Die Bedienung ist für mich kein Thema. Ich kenne das System, weiß wie es arbeitet und kann es schnell reproduzierbar einrichten. Genau das will ich im Live-Alltag – keine Überraschungen, kein Rumprobieren.

Kosten

Im Vergleich zu digitalen High-End-Systemen wie Shure Axient ist das Sennheiser-Setup günstiger.
Da meine Funkmikrofone ebenfalls von Sennheiser stammen, habe ich mich gegen das analoge Pendant Shure PSM entschieden und bleibe im Sennheiser-Ökosystem.

Bewährte analoge Inear-Serien

Gerade die klassischen analogen Serien (z. B. Sennheiser EW-G4 IEM oder Shure PSM 900) sind für viele Bands immer noch der realistischste Weg.

Sennheiser

  • EW-G4 IEM: Der klassische analoge Industriestandard. Robust, klanglich top und in fast jedem Profi-Rack zu finden.

Shure

  • PSM 300: Der ideale Einstieg. Solide digitale Technik, einfach zu bedienen und preislich attraktiv.
  • PSM 900: Professionelles analoges System. Extrem zuverlässig und für viele Bands der realistischste Weg in die Oberklasse.
  • PSM 1000: Das absolute High-End Touring-System. Maximale Schaltbandbreite und Stabilität, aber preislich im Premium-Segment.
Bandrack Funkmikrofone DIY Sennheiser shure ewdx axient

3.2.3 Funkmikrofone – digital ist hier meist die bessere Wahl

Bei Funkmikrofonen sieht die Situation anders aus als bei In-Ear.

Digitale Funkmikrofone sind inzwischen relativ bezahlbar und im Alltag oft die bessere Lösung.

  • kein Rauschen
  • keine Einstreuungen
  • sauberes Signal

Wenn es Probleme gibt, äußern sie sich als Dropouts, nicht als dauerhaftes Störgeräusch.

Rackbau Funkmikrofone bühnenrack liverack

Sennheiser EW-DX

Meine Bewertung: 4,8

Ich habe mich für das Sennheiser EW-DX System entschieden, weil es für unseren Band-Alltag genau die richtige Balance aus moderner Technik, Kompaktheit und Preis bietet.

Der Hauptgrund ist simpel:

2 Sänger, digital, kompakt und Bandtauglich.

EW-DX ist das kleinere Pro-System unterhalb des digitalen Sennheiser EM 6000. Dort bekommt man ebenfalls zwei Mikrofone pro Gerät, braucht dafür aber ein großes 1-HE-System, das preislich klar im Touring- und Rental-Bereich liegt. EW-DX liefert genau das, was wir brauchen – ohne Overkill.

Qualität

Mir war die Qualität der Handhelds sehr wichtig. Ich hatte zuerst Sorge, dass sie zu leicht oder nicht robust genug sind. In der Praxis sind sie stabil, wertig und absolut live-tauglich. Dazu kommt die Möglichkeit, Wechselkapseln zu nutzen – in meinem Fall das V7 von sE Electronics. Das macht das System sehr flexibel.

Bedienung

Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten. Es gibt keine unnötigen Einstellungen, sondern nur das, was man im Live-Betrieb wirklich braucht. Durch den Netzwerkanschluss bleibt alles im Sennheiser-Ökosystem und die RF-Planung lässt sich sauber am Laptop erledigen. Einmal eingerichtet, läuft das System reproduzierbar.

Kosten

Im Vergleich zu High-End-Systemen wie Shure Axient ist EW-DX deutlich günstiger. Axient ist technisch beeindruckend, für Band-Budgets aber meist völlig überdimensioniert.
Mit EW-DX bekomme ich digitale Funktechnik auf professionellem Niveau, ohne preislich in Bereiche zu rutschen, die sich realistisch kaum rechnen.

Bewährte Mikrofon Funkstrecken-Serien

Bei Sennheiser sind Funkmikrofone für Bands besonders preislich interessant:

  • EW-G4 → klassische analoge Funkstrecke
  • EW-D / EW-DX → digitale Funkmikrofone, moderner Ansatz
  • EM 6000 → High-End Touring Standart, für selbstzahlende Bands Overkill

Gerade EW-D ist für viele Bands ein sehr guter Einstieg in digitale Funktechnik: stabil, übersichtlich, preislich noch im Rahmen.

Bei Shure bietet mit Axient absolute High-End-Lösungen für Funkmikrofone. Technisch über jeden Zweifel erhaben, preislich aber klar im Profi- und Rental-Segment.

  • BLX: Günstiger Einstieg. Einfachste Bedienung, ideal für kleine Budgets.
  • QLX-D: Digitale Mittelklasse.  – der "Sweet Spot" für ambitionierte Bands.
  • ULX-D: Profi-Touring & Installation. Preislich im Obersegment aber machbar.

Frequenztrennung  Analog und Digital

Wichtig ist, Funkmikrofone und In-Ear-Strecken nicht über einen Kamm zu scheren:

  • Funkmikrofone: digital sinnvoll und bezahlbar
  • In-Ear-Funk: digital meist sehr teuer, analog oft die bessere Wahl

Wer das sauber trennt, spart viel Geld – ohne auf Zuverlässigkeit zu verzichten. Digitale Latenzen würden jetzt hier den Rahmen sprengen.

Exkurs: Frequenzbänder für Funkmikrofone & In-Ear – Überblick (Deutschland)

Wichtig: Die rechtlich verbindliche Stelle ist die Bundesnetzagentur.
Aktuelle Infos findest du hier:
? ? https://www.bundesnetzagentur.de/frequenzen

Für Bands und kleinere Live-Setups gilt: UHF ist nach wie vor der sinnvollste Bereich, wenn man Stress vermeiden will.

Empfohlene Frequenzbereiche (DE)

Frequenz Status Praxis
470–608 MHz Lizenzfrei ✅ sehr gut
614–694 MHz Lizenzfrei ✅ sehr gut
694–790 MHz Eingeschränkt ⚠ ️ mit Planung
790–821 MHz LTE ❌ meiden
823–832 MHz LTE-Gap ⚠ ️ störanfällig
863–865 MHz SRD ⚠ ️ wenig Kanäle
2,4 GHz WLAN ❌ ungeeignet

Kurz gesagt:
470–694 MHz ist der Bereich, in dem du als Band sicher unterwegs bist.

LTE-Thema kurz erklärt:

Alles ab 790 MHz ist primär Mobilfunk.
Auch sogenannte „Gaps“ wie 823–832 MHz liegen direkt neben LTE-Bändern und sind in der Praxis oft instabil.


Hersteller-Bandbezeichnungen (Praxisübersicht)

Sennheiser & Shure – brauchbare UHF-Bänder

Hersteller Band / Serie System Frequenz
Sennheiser A Analog 470–516 MHz
Sennheiser G Analog 566–608 MHz
Sennheiser B Analog 626–668 MHz
Sennheiser Q1–9 Digital 470–550 MHz
Sennheiser R1–9 Digital 520–607,8 MHz
Sennheiser S1–10 Digital 606,2–693,8 MHz
Shure G A/D ab 470 MHz
Shure H A/D ab 518 MHz
Shure K A/D ab 596 MHz
Shure Axient G56 Digital 470–636 MHz
Shure Axient K55 Digital 606–694 MHz

Quellen:

Frequenztabellen Sennheiser

Frequenztabellen Shure

Die exakten Bereiche variieren je nach Modell. Maßgeblich ist immer die Angabe auf dem Gerät bzw. Datenblatt.

Hätten wir das auch endlich mal kompakt geklärt...

Trenne klar zwischen Mikrofon und In-Ear:

  • Funkmikrofone: heute meist digital die beste Wahl
  • In-Ear-Funk: analog oft wirtschaftlich sinnvoller
  • Alles unter Sennheiser und Shure macht selten Spaß
  • Ultra High-End-Systeme lohnen sich meist nur für Verleiher oder große Touren

Gute Technik ist nicht die teuerste – sondern die, die zum Einsatz passt.

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Meine Entscheidungshilfe

Christian Benner

Inear Rack Netzwerk Wlan Reichweite FOH Tablet

3.3 Netzwerk & WLAN – robust, Reichweite, einfach geil!

Nicht jedes Inear Rack braucht ein komplexes Netzwerk.
Deshalb unterscheide ich hier ganz klar zwischen zwei Anwendungsfällen.


3.3.1 Musiker-Steuerung vs. FOH-Steuerung

Alternativ zu einem Personal Monitor Mixer, reicht für viele Bands ein simples WLAN im Rack völlig aus. Ein paar Smartphones, kurze Distanzen, keine hohen Anforderungen.

Sobald das Rack aber auch für FOH per Tablet genutzt wird, ändert sich das Spiel.
Größere Entfernungen, viele Menschen im Raum und wechselnde Locations sorgen dafür, dass einfache Router schnell an ihre Grenzen kommen.

Router Netzwerk Rack Lice Stage Sound

MikroTik hEX

Meine Bewertung: 4,2

Der MikroTik hEX ist unschlagbar kompakt für das Rack. Da er selbst nicht die passende PoE-Spannung für den U6 Mesh liefert, übernimmt mein zusätzlicher Switch die Stromversorgung. Klein, effizient, fertig.

Er hat selbst kein WLAN, sondern braucht eine externe WLAN-Antenne.

Vorteile

  • Super kompakt
  • 5 Ports

Nachteile

  • Software kann komplex sein
  • POE Power passt nicht zum U6 Mesh

3.3.2 Mein Netzwerk-Setup für den FOH-Betrieb

Ich fahre grundsätzlich ein eigenes, geschlossenes Netzwerk.
Kein Venue-WLAN, kein Internet, keine Abhängigkeiten.

Router und Switch bleiben fest im Rack. Der entscheidende Punkt ist der Access Point:
Der gehört nicht ins Rack, sondern raus auf ein Stativ

Und da wollte ich einfach ein super geiles System haben, was super fix aufgebaut ist und dazu noch gut aussieht.

Als Access Point nutze ich den Ubiquiti U6 Mesh.
Der ist rundstrahlend, sehr stabil und dafür gemacht, frei im Raum zu arbeiten. Höhe und freie Sicht bringen hier mehr als jede Antenne, die im Metallrack verschwindet.

So bleibt das Setup immer gleich:

  • Rack auf die Bühne
  • Access Point aufs Stativ
  • Tablet verbinden, Abfahrt.

Hinweis: Ein Access Point, oder wie ich sagen würde WLAN Antenne, läuft nur mit ROUTER davor, da der Router die IP Adressen vergibt. 

Das WLAN-Reichweiten-Monster mit 5Ghz

Ubiquiti ist für mich kein Experiment, sondern Werkzeug.
Das Zeug läuft – auch bei größeren Events mit vielen Smartphones im Publikum.

Mit einem kleinen Switch im Rack habe ich genug Ports für:

  • Rackmixer
  • Funkstrecken mit Netzwerk
  • Access Point
  • Laptop oder Tablet

Ein weiterer Vorteil:
Der Access Point wird per PoE versorgt. Der Strom kommt also direkt über das Netzwerkkabel. Am Stativ liegt dadurch nur ein einziges Ethernetkabel, kein separates Netzteil, kein Gefummel an Steckdosen.

Einstecken, hochziehen, arbeiten.

Die Konfiguration bleibt einmal sauber eingerichtet und funktioniert danach reproduzierbar bei jedem Gig.

U6 Mesh Wlan antenne Recihweite FOH Tablet Festival Monitoring Inear rack Stativ Mikrofon

Ubiquiti U6 Mesh W-LAN Antenne

Mikrofonstativ Kupplung Wlan antenne auf mikrofonstativ

Das sind die kleinen feinen Dinge, die es dann schick machen. Der U6 hat einen Steckadapter mit einer kleinen Gewindeaufnahme im Lieferumfang. Steht nirgends, aber dadurch können wir das mega sauber auf ein Fotostativ, Mikrofonstativ oder jedes beliebige Manfrotto Gelenk keulen! 

Ubiquitty U6 auf ein Mikrofonstatif geschraubt für WLAN

Das Zeug muss einfach funktionieren, ob mit externer Antenne oder ohne! 

  • Nur In-Ear & Bandbetrieb:
    Ein simples WLAN direkt im Rack reicht völlig aus.
  • FOH per Tablet, größere Distanz:
    Ein externer Access Point auf Stativ ist Pflicht.
  • Mein Setup:
    Ubiquiti Netzwerk + U6 Mesh als externer Access Point.
Mix Coaching online mixing abmischen mastering

Meine Entscheidungshilfe

Christian Benner

4) Verkabelung & Zubehör – Patchblende, Catcore & Co

Ein gutes In-Ear-Rack erkennt man nicht daran, wie voll es ist, sondern daran, wie schnell es einsatzbereit ist.
Ziel dieses Racks ist es, den Aufbau auf der Bühne so einfach wie möglich zu halten und typische Fehlerquellen von vornherein auszuschließen.

Inear Rack DIY selbst bauen Stagerack Monitoring Behringer Wing Thomann System 19 zoll

Deshalb ist die komplette Verkabelung so geplant, dass wenig gesteckt wirdnichts improvisiert werden muss und jeder Aufbau immer gleich abläuft. Nicht mehr Technik macht hier den Unterschied, sondern ein klares Patch- und Verbindungskonzept.

4.1 Front-Patching statt Kabelsalat

Ich bin faul. Ich hatte keine Lust mehr auf XLR-Stecken und Kabel ziehen!

Auf der Bühne soll möglichst wenig passieren.
Je mehr Kabel gesteckt werden müssen, desto mehr kann schiefgehen. Genau deshalb ist das Rack so aufgebaut, dass ausschließlich an der Front gepatcht wird.

Alle Geräte im Rack sind fest miteinander verkabelt. Hinten wird nichts gesteckt, nichts umgebaut und nichts angefasst. Beim Aufbau werden nur die wenigen definierten Anschlüsse vorne verbunden – immer an derselben Stelle und immer im gleichen Ablauf.

Das sorgt für zwei Dinge:
mechanischen Schutz für die Geräte und einen reproduzierbaren Aufbau. Egal, wer das Rack anschließt – das Prinzip bleibt gleich.

Einstecken, einschalten, arbeiten.

In Ear Rack 19" Custom Blende powercon True1 28mm D.-Norm XLR

4.2 Die Front: Custom-Blende & CatCore

An der Front des Racks sitzt bewusst nur das, was im Live-Alltag wirklich gebraucht wird:

  • eine 1 HE Custom-Blende
  • eine 1 HE CatCore
  • eine 1 HE Antennen-Blende

Die Custom Rackblende habe ich bei Rack247.com im Online-Konfigurator selbst designed und bestellt. Die fertige Blende war nach 5 Tagen schon in der Post.


Rack24/7: Mein Design als Vorlage nutzen 

Die Custom-Blende war notwendig, weil ich mit PowerCON True1 arbeiten. Diese Stecker sind größer als klassische D-Norm-Buchsen. Standard-Blenden passen hier schlicht nicht. Statt zu basteln, habe ich die Blende passend anfertigen lassen – sauber, stabil und ohne Kompromisse.

Als zentrales Verbindungselement kommt CatCore zum Einsatz. Das ist Touring-Standard und deutlich robuster als einfache Ethercon-Panels. Die Buchsen sind sauber über Platinen verlötet und dafür gemacht, häufig gesteckt zu werden.

Der große Vorteil im Alltag:
Über eine Cat-Leitung lassen sich vier XLR-Wege führen. Damit ersetzt ein Kabel direkt mehrere Einzelverbindungen. Weniger Kabel, weniger Steckvorgänge, weniger Fehlerquellen – genau das war das Ziel.

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4.3 Audio over Ethernet  – maximaler Zeitgewinn

Ich setze konsequent auf Audio over Ethernet über AES50 und Catcore.
AES50 ist das von Behringer und Midas verwendete Protokoll für Stageboxen und Rackmixer und läuft über ganz normale CAT-Kabel mit Ethernet- bzw. Ethercon-Steckern. Die Produkte von Catcore ebenfalls, hier muss man nur auf die Belegung der Ethernet-Sttecker achten.

Catcore Rack Element mit Patchblende für AudiooverEthernet AOE

Für viele Bands ist das noch ungewohnt, im Live-Alltag ist es aber ein massiver Zeitgewinn. Statt mehrere XLR-Kabel zu ziehen, reicht eine einzige Cat-Strecke. Das spart nicht nur Material, sondern vor allem Zeit beim Auf- und Abbau.

CAT-Leitungen statt XLR

Ich habe mich bei Audio Over Enthernet für die Firma Catcore aus Nürnberg entschieden, welche sich im Pro Audio Bereich bereits länger etabliert haben.

Mir war ein robustes System wichtig, was hochwertig verarbeitet. Die nächsten 10 Jahre will ich Ruhe damit haben. Catcore habe ich bei Thomann als Sonderposten angefragt, gibt es aber auch bei Huss & Licht.


Hersteller: https://cat-core.de/de

Deutscher Vertrieb:  https://huss-licht-ton.de (Artikel Link)

Am Schlagzeug liegt eine externe Stagebox (Midas DL16) direkt am Drumriser. Die Mikrofone werden dort kurz verkabelt, die lange Strecke zurück ins StageRack läuft über AES50. Strom über ein ein Strom/Ethernet Hybridkabel. 

Catcore Stagebox 4 Enthernet

Die Enthernet-Auflösung bei den Pedalboards. Das Pendant zur Rackeinheit.

In Kombination mit festen Bühnenpositionen ergibt sich ein extrem schlankes Setup.

4.4 Bühnenverkabelung mit Hybridkabeln

Auf der Bühne arbeite ich mit Hybridkabeln von KLOTZ.
In diesen Kabeln laufen eine Cat-Leitung für Audio/Signale und eine separate Stromleitung gemeinsam in einem Mantel – sauber voneinander isoliert.

Das bedeutet:
Statt ein Netzwerkkabel und ein Stromkabel zu ziehen, reicht ein einziges Kabel.

Hybridkabel

Nach langer Recherche habe ich das passende Hybridkabel bestehen aus 1x Enthernet + 1x Strom gefunden. 


Hersteller: https://shop.klotz-ais.de

Deutscher Vertrieb:  https://huss-licht-ton.de (Artikel Link)


Achtung: Es muss das Kabel von KLOTZ sein, da es das einzige mir bekannte ist, wo die Stromzuleitung zusätzlich abisoliert ist. Bei Sommercable hat man z.B. nach dem abisolieren nur die 3 Adern in der Hand. Das ist in Deutschland verboten.

Konkret sieht das so aus:

  • eine Hybridstrecke zum Bass-Pedalboard
  • eine Hybridstrecke zum Gitarren-Pedalboard (Kemper)
  • eine Hybridstrecke zur Drum-Stagebox
Bühnenverkabelung für ein InEar Rack Monitoring

Unterm Strich werden für die komplette Verteilung von Strom und Audiosignalen nur drei Kabel über die Bühne gezogen. Mit wenigen Handgriffen steht so ein komplettes Festival-Setup innerhalb weniger Minuten.

4.5 Kabel & Stecker – Touring-Standard statt Bastellösung

Beim Thema Kabel haben wir bewusst recherchiert. Nicht, weil Kabel den Sound verändern, sondern weil sie im Live-Alltag ständig bewegt, gezogen und gelegt werden.

Verkabelung auf der Bühne

Für die XLR-Verbindungen nutzen wir Sommer Cable Stage 22.

Kabel mit isolierten Drähten sommer Stage 22

Sommer Cable SC Stage 22 Highflex 2x 0,22 mm² (50m)

Meine Bewertung: 4,5

Das Stage 22 ist ein etablierter Klassiker in Sachen XLR-Kabel.

Ich sag es, wie es ist: Ich habe lange überlegt, ob ich teurere, dickere, robustere Kabel nehme.

Aber hier kommt der Punkt: Das Stage 22 ist ein Highflex Kabel und lässt sich extrem gut legen und wickeln. Das überwiegt meiner Meinung nach dem geringen Leitungsquerschnitt.

Vorteile

  • Preis
  • Hochflexibel

Nachteile

  • Geringer Leitungsquerschnitt

Ich habe  auch Cordial und dickere Touring-Kabel in Betracht gezogen. Am Ende hat ein Punkt den Ausschlag gegeben: Flexibilität. Das Stage-22-Kabel lässt sich sehr gut legen, bleibt geschmeidig und ist im Alltag einfach angenehm zu handhaben. Preislich liegt es ebenfalls in einem sehr vernünftigen Bereich.

Verkabelung im Rack

Dicke XLR-Kabel im Rack nutzen ist Gewicht und macht die Sache ganz schnell unübersichtlich, wenn man 16 oder mehr Patchkabel unterbringen muss.

Kabel mit roten und weißen Drähten Sommer SC Goblin

Sommer Cable SC Goblin 2x 0,14 mm² Meterware

Meine Bewertung: 4,5

Auch hier ist nach langer Recherche dieses Patchabel eine absolute Waffe für den Rackbau auf kleinem Raum.

Vorteile

  • Sehr dünn
  • Lässt sich gut bündeln

Nachteile

  • Trotz geringem Querschnitt gut zu löten
Cat 6 Neutrik NE8 MX 6-T

Neutrik NE8 MX 6-T für Audio Over Ethernet zum Krimpen

Bei den Steckverbindern setzen wir konsequent auf Neutrik:

  • XLR-Stecker für alle Mikrofonleitungen
  • Ethercon-Stecker für Cat- und AES50-Verbindungen
  • PowerCON True1 für die Stromverteilung
Inear Rack selbst bauen – Planung, Einkauf und professioneller Aufbau für den Live-Einsatz Neutrik NC3MXX

Neutrik NC3MXX

  • 3-Polig XLR
  • Male
Inear Rack selbst bauen – Planung, Einkauf und professioneller Aufbau für den Live-Einsatz Neutrik NC3FXX

Neutrik NC3FXX

  • 3-Polig XLR
  • Female
Inear Rack selbst bauen – Planung, Einkauf und professioneller Aufbau für den Live-Einsatz Neutrik NE8MX6 T

Neutrik etherCON NE8MX6-T

  • 8-Polig Ethernet
  • Cat6A
  • geeignet für Kabeldurchmesser: von 7 - 9,5 mm (1,1 mm pro Leiter)
  • geeignet für Leiterquerschnitt von AWG26/1 bis AWG24/1 bei Draht oder AWG27/7 bis AWG24/7 bei Litzen

Das ist robuster Touring-Standard und genau dafür gemacht, viele Gigs zu überleben.

Zum Thema Strom noch ein wichtiger Punkt:
Im Rack und auf der Bühne kommen nur dafür zugelassene Leitungen zum Einsatz, z. B. flexible Gummikabel (H07RN-F). Alles andere ist im Live-Betrieb fehl am Platz. Mehr Elektrotechnik-Beratung braucht es an dieser Stelle nicht.

Inear Rack selbst bauen – Planung, Einkauf und professioneller Aufbau für den Live-Einsatz Nexans

Nexans Titanex H07RN-F 5x2,5mm² (10m)

  • Stromkabel
  • Speziell für Ve3ranstaltungstechnik
Inear Rack selbst bauen – Planung, Einkauf und professioneller Aufbau für den Live-Einsatz 8fach Steckdosenleiste

Steckdosenleiste 19" Rackeinbau

  • 8-fach Steckdosenleiste
  • ohne Schalter
Inear Rack selbst bauen – Planung, Einkauf und professioneller Aufbau für den Live-Einsatz Neutrik True1 schuko

PowerCon TRUE1 NAC3F-True1-L, Titanex H07RN-F 3G2,5

  • Schuko auf Neutrik PowerCON NAC3F-TRUE1-L
  • Fix und Fertig
Inear Rack selbst bauen – Planung, Einkauf und professioneller Aufbau für den Live-Einsatz True1 Buchse

Neutrik powerCON TRUE1 Panel Socket NAC3FPX-TOP

  • Ausgangsbuchse
  • Durchmesser 28mm
  • Passt nicht in D-Norm (24mm)
Inear Rack selbst bauen – Planung, Einkauf und professioneller Aufbau für den Live-Einsatz True1 Buches male

Neutrik powerCON TRUE1 Panel Socket NAC3MPX-TOP

  • Eingangsbuchse
  • Durchmesser 24mm
  • Passt in D-Norm (24mm)
Inear Rack selbst bauen – Planung, Einkauf und professioneller Aufbau für den Live-Einsatz Neutrik NAC3M TRUE1 L

Neutrik powerCON NAC3M-TRUE1-TOP

  • Leiterquerschnitt: 1,5 - 2,5 mm²
  • Kabeldurchmesser: 10 - 16mm
  • passend für H07RN-F 3G 2,5mm²
Inear Rack selbst bauen – Planung, Einkauf und professioneller Aufbau für den Live-Einsatz Neutrik NAC3F TRUE1 L

Neutrik powerCON NAC3F-TRUE1-TOP

  • Leiterquerschnitt: 1,5 - 2,5 mm²
  • Kabeldurchmesser: 10 - 16mm
  • passend für H07RN-F 3G 2,5mm²

4.6 Schubladen aus der Hölle

Was soll man bei einer Schublade schon falsch machen? Hinterher ist man immer schlauer.

Gewicht & Stabilität: Klassische Stahlschubladen sind massiv und gehören aufgrund ihres Gewichts eher nach ganz unten ins Rack. Es gibt zwar wesentlich leichtere und schickere Alternativen aus Aluminium, doch die sind im harten Touring-Alltag leider durchgefallen.

Die Arretierung ist oft zu schwach. Was bringt eine schöne Schublade, die leichtgängig auf und zu geht, aber beim Transport versagt? Am Ende gewinnt die Funktionalität: Also doch die hässlichen Dinger mit Schloss und Plastik-Schnapper.

1/3 oder Vollauszug: Das muss man auch erst mal wissen! Also Achtung bei Schaumstoff Inlets o.Ä. Wenn du an deine Mikrofone oder Bellpacks noch rankommen möchtst, ohne dir die Hand zu brechen, dann Vollauszug.

Inear Rack selbst bauen – Planung, Einkauf und professioneller Aufbau für den Live-Einsatz Adam Hall 87402 Rackschublade

Adam Hall 19" Stahl Schublade

  • 2 HE Stahl
  • Vollauszug
  • Mit Schloss
Inear Rack selbst bauen – Planung, Einkauf und professioneller Aufbau für den Live-Einsatz Adam Hall 874 E 02 A Rack Drawer ERGO

Adam Hall 19" Aluminium Schublade

  • 2 HE Aluminium
  • Vollauszug
  • Ohne Schloss

4.7 Die kleinen Dinge, die es richtig cool machen

Das ist der eigentliche Abschnitt, der mir am meisten Spaß macht. Undzwar sind es die kleinen Lösungen, die das ganze Projekt so cool abrunden. Kleine Posten, die wenn man im Internet danach sucht, Stunden verschlingen. 

5. Praxis-Tipps: Die Umsetzung DIY Rackbau

Ich habe extrem viel Zeit mit der Recherche verbracht, aber am Ende muss man doch immer etwas nachbestellen – seien es Schrumpfschläuche in der passenden Größe, spezielle Rackschrauben oder Kleinteile, die man nicht auf dem Schirm hatte.

5.1 Werkzeug & Kleinteile – bewusst ausgelagert

Ein Thema habe ich in diesem Artikel absichtlich nicht im Detail behandelt:
Werkzeug, Lötzinn, Crimpzangen, Schrumpfschlauch, Kleinteile.

Nicht, weil es unwichtig ist – sondern weil es einen eigenen Beitrag verdient.

Gerade beim Selbstbau von Kabeln entscheidet sich hier, ob:

  • der Eigenbau wirklich günstiger ist
  • die Kabel langfristig halten
  • der Bau Spaß macht oder nur frustriert

Dazu gibt es einen separaten Praxisartikel, in dem ich genau darauf eingehe:

  • welches Werkzeug wirklich nötig ist
  • woran man Qualität erkennt
  • wo man sparen kann und wo nicht

(kommt April 2026)

? ? [Zum Artikel: Kabel selbst bauen – Werkzeug & Material im Überblick] 

5.2 Der größte Stressfaktor: Die Netzwerk-Programmierung

Nicht der physische Einbau war der Endgegner, sondern die Programmierung. Die IP-Adressen, DHCP-Bereiche und die WLAN-Stabilität so zu konfigurieren, dass alles zwischen Mixer, Funkstrecken, Switches & Router fehlerfrei kommuniziert, hat mich am meisten Nerven gekostet. Plane hierfür genug Zeit ein.

5.3 Maßarbeit & Wartung: Kabel mit Köpfchen

Baue erst alle Geräte fest ein und bestimme dann die Kabellängen. Oft brauchst du deutlich mehr Weg, um Kabel sauber an den Seitenwänden entlangzuführen, statt sie quer durch das Rack zu spannen. Das verhindert Kabelsalat und schont die Buchsen.

Nutze Kabelbinder für die Ordnung, aber zurre sie nicht zu fest: Wenn du die Stränge locker führst, kannst du im Defektfall ein einzelnes Kabel tauschen, ohne den kompletten Kabelbaum aufschneiden zu müssen.

5.2 Abschließende Einordnung

Dieses In-Ear Rack ist kein Dogma. Nicht jede Band braucht CatCore oder Hybridkabel. Aber das Grundprinzip gilt immer:

  • Klare Planung vor dem Kauf.
  • Minimale Steckverbindungen (alles fest verkabeln).
  • Feste Kabelwege für einen reproduzierbaren Aufbau.

Wenn du dein Rack so denkst, funktioniert es beim 50. Gig noch genauso wie beim ersten.

Und genau dafür ist dieser Artikel gedacht.

Happy Mixing!

Christian Benner

PS: Das Rack kommt übrigens zum Einsatz bei dukstrio.de und nonplusx.de. Besucht mich doch gerne mal auf einem Konzert. 

Über den Autor:

Christian Benner ist studierter Audioengineer mit über 15 Jahren Erfahrung in der Musikproduktion. Er gründete die Plattform Homerecording1x1, um Musikern und Produzenten fundiertes Expertenwissen in den Bereichen Recording, Mixing & Mastering zu vermitteln. Mit Fokus auf radiotaugliche Ergebnisse und professionelle Workflows im Homestudio hat er bereits hunderten Künstlern zu ihrem eigenen Sound verholfen.

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