Ein Inear Rack selbst zu bauen ist kein Hexenwerk.
Gleichzeitig ist es aber auch nichts, was man mal eben zwischen zwei Proben erledigt.
Der Hauptgrund für ein eigenes In-Ear Monitoring Rack ist neben dem eigentlichen In-Ear Sound ganz pragmatisch: Geld sparen, Zeit sparen und Stress vermeiden. Ein gut geplantes Inear Rack lässt sich auf der Bühne schnell aufbauen, deshalb genauso schnell wieder abbauen und funktioniert bei jedem Gig gleich. Anschließen, einschalten, fertig.

Mein fertiges Rack für 5 Musiker, davon 2x Sänger mit Funkstrecken. Catcore & Customblende
Vorwort (Stand: Apr. 2026)
Ich habe für die Planung meines Racks ca. 3 Monate gebraucht. Klingt viel?
Das was am meisten Zeit schluckt, ist die Recherche der ganzen Kleinteile. Von Aderendhülsen bis Zugentlastung. Du kannst dich aber jetzt freuen, denn der ganze Kram steht hier drin. Inklusive Links und Einkaufslisten.
Dieser Artikel soll dir helfen einzuschätzen, ob und wie ein eigenes Inear Rack für dich sinnvoll ist. Wer einfach Geräte in ein Rack schraubt und lose Kabel hineinlegt, bekommt am Ende zwar Ton – aber kein funktionierendes System.
Genau aus diesem Grund geht es hier darum, ein kompaktes und übersichtliches Inear Rack für den Live-Betrieb selbst zu bauen. Der Fokus liegt auf sinnvoller Planung, festen Kabelwegen und einer sauberen Umsetzung mit guter Preis-Leistung, die auch nach vielen Gigs noch nachvollziehbar bleibt.
Ein gleichbleibender In-Ear-Sound ergibt sich dabei automatisch – als Ergebnis eines durchdachten Aufbaus, nicht als leeres Versprechen.
Du lernst in diesem Artikel:
Direkt-Info (Mein Rack):
1. Die Bedarfsanalyse: Was muss dein Rack können?
Bevor du die erste Schraube drehst, kläre diese drei Kernfragen. Sie entscheiden über Frust oder Erfolg am Gig-Tag.
Hinweis:
Der Aufbau in diesem Artikel ist auf den Live-Betrieb ausgelegt. Wenn du dein Inear Rack nur im Proberaum nutzt, kannst du viele Schritte später vereinfachen – die Grundlagen bleiben trotzdem hilfreich.
1.1 Einsatzort: Proberaum vs. Live-Betrieb
- Proberaum: Stationär, Aufbauzeit spielt kaum eine Rolle, evtl. Bandaufnahmen.
- Live-Rack: Ständiger Transport, Zeitdruck beim Changeover und wechselnder Strom.
1.2 Nutzungsfrequenz: Hobby vs. Touring
- Gelegentlich: Verzeiht kleine Unsauberkeiten.
- Regelmäßig: Erfordert stabile Mechanik, saubere Zugentlastung und eine logische Verkabelung. Je öfter du aufbaust, desto wichtiger wird ein reproduzierbares System.
1.3 Teamgröße: Wie viele Musiker?
Die Anzahl der Musiker diktiert In-Ear-Strecken, Ausgänge und Rackgröße.
Pro-Tipp: Plane eine kleine Reserve ein. Ein zusätzlicher Weg kostet beim Bau kaum mehr, erspart dir aber später den kompletten Umbau des Systems.
2) Budget und Umfang – woraus sich die Kosten wirklich zusammensetzen
Wie teuer ein Inear Rack am Ende wird, hängt nicht an einer einzelnen Entscheidung. Es ergibt sich aus mehreren Bausteinen, die zusammen funktionieren müssen. Wer hier unsauber plant, gibt später doppelt Geld aus.
Grundsätzlich lassen sich die Kosten für das gesamte Equipment eines Inear Racks in drei Bereiche aufteilen:
- Case
- Geräte im Rack
- Verkabelung und Zubehör
Diese Aufteilung hilft, das Budget realistisch einzuschätzen – und an den richtigen Stellen Prioritäten zu setzen.
Budgetverteilung
Case
Rackgeräte
Zubehör
Der Kosten-Anteil des Zuberhörs sollte nicht unterschätzt werden.
2.1 Das Case
Das Rackcase ist kein Zubehör, sondern Teil des Systems. Es entscheidet darüber.
- wie kompakt das Setup ist
- wie gut die Technik geschützt wird
- wie stressfrei Transport und Aufbau ablaufen
Ein günstiges, instabiles Case rächt sich schnell, vor allem im Live-Betrieb.
Ob Bandbus, Anhänger oder eigener Kofferraum entscheidet früh darüber, wie groß und schwer das Inear Rack geplant werden kann. Wer alles selbst im Auto transportiert, stößt schnell an Grenzen. Nicht jedes Fahrzeug nimmt ein tiefes, voll bestücktes Rack problemlos auf.

Eine Alternative ist, das System auf mehrere kleinere Racks oder Cases aufzuteilen. Das erleichtert den Transport, bedeutet aber:
- mehr externe Kabel
- mehr Steckverbindungen
- mehr Aufwand beim Aufbau
Diese Entscheidung beeinflusst den gesamten Aufbau des Inear Racks und sollte früh getroffen werden.
Für den Touring-Alltag gilt meist:
Ein Case mit Rollen ist sinnvoll, oft sogar notwendig. Wer regelmäßig auf- und abbaut, will ziehen und nicht tragen.
Transportmöglichkeit
Wer mit Bus, Anhänger oder externer Lagerung bei einem Dienstleister arbeitet, kann größer und schwerer planen. Ein großes, rollbares Rack ist auf der Bühne schnell einsatzbereit, setzt aber entsprechende Transportmöglichkeiten voraus.
Mehrere kleinere Cases sind kofferraumfreundlicher, kosten dafür Zeit beim Verkabeln. Diese Entscheidung sollte früh getroffen werden – sie beeinflusst den gesamten Aufbau des Inear Racks.
2.2 Geräte im Rack – Rackmixer, Funkstrecken und Netzwerk
Der größte Teil des Budgets fließt in die Geräte im Rack. Dazu gehören.
- der Rackmixer
- In-Ear-Funkstrecken
- ggf. Funkmikrofone
- optional WLAN- / Netzwerk-Komponenten
Rackmixer
Der Rackmixer legt den Rahmen des gesamten Systems fest. Entscheidend sind dabei weniger Features oder Effekte, sondern ganz praktische Fragen:
- Wie viele Inputs werden benötigt?
- Wie viele physische Outputs stehen zur Verfügung?
Diese Werte bestimmen, wie viele Musiker versorgt werden können und wie flexibel das Setup ist. Klang, Plugins oder Bedienoberflächen spielen für die grundsätzliche Planung eine untergeordnete Rolle.
In-Ear und Mikrofon Funkstrecken
Die Funkstrecken sind einer der größten Kostenpunkte im gesamten Setup. Hier trennt sich sehr schnell brauchbar von halbgar. Zuverlässigkeit, Reichweite und Stabilität sind im Live-Betrieb wichtiger als ein niedriger Preis.
Wenn hier gespart wird, zeigt sich das meist zuerst – und zwar auf der Bühne.
WLAN und Netzwerk (optional)
Viele moderne Rackmixer lassen sich per Tablet oder smartphone steuern. Dafür braucht es ein stabiles Netzwerk. Das ist kein Muss, erhöht aber den Komfort deutlich.
Wichtig dabei:
- Das WLAN sollte stabil sein
- In vielen Fällen ist ein externer Router sinnvoller als das interne WLAN des Mixers
Netzwerk und Tablet-Steuerung sind optional, sollten aber früh mitgedacht werden, wenn sie genutzt werden sollen.
Negativbeispiel für eine unsauber geplante Verkabelung
2.3 Verkabelung und Zubehör
Dieser Bereich wird häufig unterschätzt, macht aber einen erheblichen Teil des Gesamtaufwands aus. Dazu zählen:
- Patchblende
- Kabelmeterware
- Stecker
- Stromverteilung
- Kleinteile wie Schrumpfschlauch, Kabelbinder, Aderendhülsen
Budgetkiller
Gerade bei der Verkabelung liegt einer der größten Hebel, um Kosten zu sparen.
Fertige Kabel, Patchkabel und fertige Stromverteilungen sind bequem, treiben den Gesamtpreis aber massiv nach oben. Wer sein Inear Rack komplett mit konfektionierten Kabeln aufbaut, zahlt hier schnell mehr, als nötig wäre.
XLR-Kabel selbst zu löten, Längen sinnvoll zu planen und die Verkabelung auf das eigene Rack anzupassen, spart nicht nur Geld, sondern sorgt auch für Ordnung und Übersicht. Genau deshalb nimmt der Kabelbau in diesem Artikel so viel Raum ein – hier lässt sich mit etwas Zeit und sauberer Arbeit am meisten herausholen.
3) Die Planung für dein individuelles Inear Rack
In diesem Kapitel geht es nicht ums Basteln, sondern um saubere Entscheidungen.
Alles, was du hier festlegst, bestimmt später Aufbauzeit, Zuverlässigkeit und Kosten.

3.1 Das richtige Case für dein individuelles Rack
Das Case ist die Basis deines gesamten Inear Racks.
Alle weiteren Entscheidungen bauen darauf auf – Geräte, Verkabelung, Gewicht und Transport.
Bevor du über Mixer, Funk oder Netzwerk nachdenkst, solltest du wissen, wie dein Rack im Alltag aussehen und bewegt werden soll.
Transport entscheidet
Die wichtigste Frage zuerst: Wie wird das Rack transportiert?
- Bandbus, Anhänger oder externe Lagerung
→ Größe und Gewicht sind weniger kritisch
→ Rollen sind Pflicht
→ Fokus liegt auf schnellem Aufbau - Eigener PKW / Kombi / kleiner Transporter
→ Tiefe und Gewicht werden schnell zum Limit
→ oft besser mehrere kleinere Racks
→ mehr Verkabelung, dafür besser transportierbar
Ein großes, rollbares Rack ist auf der Bühne ideal.
Im Kofferraum kann genau dieses Rack aber zum Problem werden.
Frontansicht: Beispielskizze von stagerack.com
Rackhöhe (HE) und Tiefe realistisch planen
Ein häufiger Fehler ist, das Case zu knapp zu wählen.
Plane nicht nur die Geräte ein, sondern auch:
- Patchpanels
- Stromversorgung
- Kabel auf der Rückseite
- Schubladen
- optionale Blenden, z. B. für Antennen
- mindestens 1 HE Reserve
In der Praxis sind Schubladen meist schneller voll als gedacht.
Oft liegen dort:
- Bodypacks der In-Ear-Strecken
- Funkmikrofone
- Batterien oder Akkus
Seitenansicht: Beispielskizze von stagerack.com
Allein dafür ist eine Schublade häufig komplett belegt. Ob zusätzlich noch Platz für weiteres Zubehör im Rack sinnvoll ist, hängt vom persönlichen Workflow ab.
Mehr Schubladen bedeuten:
- mehr Höhe
- mehr Gewicht
- schnell der Schritt Richtung großes Touring-Rack mit Rollen
Alternativ können Bodypacks, Gesangsmikrofone und Zubehör auch separat in Taschen oder Koffern transportiert werden. Das spart Platz und Gewicht im Rack, erfordert aber mehr Organisation.
Online Rackplaner
Wer richtig ambitioniert ist, kann zur Planung und zur Visualisierung einen Rackplaner nutzen. Dabei hilft besonders die Profilansicht, wenn man Geräte Front- & Rückseitig einbauen will.
Hersteller: https://stagerack.com/
Kompakt vs. komfortabel – ein Praxisbeispiel
Es gibt auch bewusst sehr günstige und zugleich kompakte DIY-Ansätze, bei denen auf große Racks, viele Schubladen und umfangreiche Funktechnik verzichtet wird.
Ein gutes Beispiel dafür ist dieses Video:
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Mehr InformationenDer Ansatz dahinter:
- Alles DIY
- maximal kompakt
- sehr schneller Aufbau
- möglichst wenig Funk
- klare, feste Signalwege
- viel Audio over Ethernet
Bodypacks und Funkmikrofone werden hier nicht im Rack gelagert, sondern extern transportiert. Das spart Höhe, Gewicht und Kosten, funktioniert aber nur, wenn der Ablauf klar definiert ist und alle Beteiligten mitziehen.
Solche Setups können extrem günstig und mobil sein, sind aber nicht für jeden Live-Alltag ideal.
Ein großes Rack oder mehrere kleine?
Es gibt nicht die eine richtige Lösung. Ob ein großes zentrales Rack oder mehrere kleinere Cases sinnvoller sind, hängt vom Transport, vom Einsatzzweck und vom eigenen Workflow ab.
Die folgende Übersicht zeigt drei typische Varianten, die sich im Live-Alltag bewährt haben – von kompakt bis Touring. Jede davon hat klare Vor- und Nachteile.
| Case-Typ | Typischer Einsatz | Vorteile | Nachteile | Beispiel |
|---|---|---|---|---|
| Kompaktes Rack | PKW, kleine Gigs | leicht, mobil | wenig Reserve | SKB Roto Molded 6U Shallow Rack |
| Zentrales Live-Rack | regelmäßiger Livebetrieb | schneller Aufbau, übersichtlich | schwerer | Thon Rack 8U Live 45 BK RR |
| Großes System-Rack | Bus, Anhänger, Lagerung | viel Platz, robust | groß, schwer | Thon SD 14U System Rack 600 |
Maße (HE/Tiefe) vor dem Kauf immer mit den eigenen Geräten abgleichen.
Achtung bei hohen Racks und schweren Inhalten
Gerade bei höheren Racks mit schweren Endstufen, Rackmixern oder vollbeladenen Stahlschubladen stoßen die vorderen Ohren an ihre mechanischen Grenzen.
Die Lösung sind innere Rackschienen (Gleitschienen).
Diese interne Abstützung funktioniert konstruktionsbedingt nur bei System-Racks. Bei normalen 19-Zoll Standard-Cases fehlen meist die notwendigen Befestigungspunkte dafür.
- Touring-Standard: Die bewährten Schienen RACK M-RAIL SET von Adam Hall sind oft über Monate (aktuell seit über 3 Monaten) nicht lieferbar.
- Alternative: Ich habe nach Stunden Suche endlich auf Amazon was gefunden, das passt.
Triff hier eine klare Entscheidung, bevor du weitergehst:
- Was muss wirklich im Rack untergebracht sein?
- Brauche ich Schubladen – und wenn ja, wie viele?
- Will ich alles in einem großen Rack oder lieber kompakt und modular?
- Wie viel Gewicht ist im Alltag realistisch?
Komfort, Gewicht, Kosten und Kompaktheit stehen immer in Beziehung zueinander.
Es gibt nicht die eine richtige Lösung – aber eine, die zu deinem Einsatz passt.
Meine Entscheidungshilfe
Christian Benner
3.2 Die Audio-Geräte im Rack – Rackmixer & Funkstrecken
In diesem Abschnitt geht es um die zentralen Geräte, die den Funktionsumfang und einen großen Teil des Budgets bestimmen. Hier lohnt es sich, strukturiert vorzugehen und nicht einfach das zu kaufen, was gerade empfohlen wird.

3.2.1 Der Rackmixer – das Herz des Systems
Der Rackmixer ist die Schaltzentrale deines gesamten Inear Racks. Er entscheidet darüber,
- Wie viele Signale du verarbeiten kannst
- Wie viele Musiker versorgt werden
- Wie flexibel das System später erweiterbar ist
Wichtiger als Features oder Klangbeschreibungen sind dabei zwei Zahlen:
- Anzahl der Inputs
- Anzahl der physikalischen Outputs
Etablierte StageRack Mixer, die man im Live-Bereich findet, sind z. B.
Allen & Heath SQ-Rack
Bewertung: 4,4
Das SQ-Rack ist weniger verspielt, dafür sehr klar strukturiert.
Wer ein stabiles System ohne viel Schnickschnack sucht, ist hier richtig. Läuft zuverlässig, auch im Touring-Alltag.
Behringer Wing Rack
Bewertung: 4,5
Das Behringer Wing Rack ist ein sehr flexibler Digitalmixer mit viel Luft nach oben.
Ideal, wenn viele Inputs, mehrere In-Ear-Wege und ein autarkes Setup gefragt sind. Genau deshalb ist er für größere Live-Racks interessant.
Soundcraft UI24R
Bewertung: 3,7
Der Ui24R ist klein, leicht und komplett browserbasiert.
Kein App-Zwang, kein großes Setup. Gut für kleinere bis mittlere Racks. Integriertes W-LAN., allerdings sehr schwach.
Ich selbst habe mich für das Behringer Wing Rack entschieden, weil es in Bezug auf Inputs, Outputs und Preis-Leistung aktuell sehr stark aufgestellt ist. Andere Lösungen funktionieren genauso gut – entscheidend ist, dass der Mixer zu deinem Setup passt.
3.2.2 In-Ear-Funkstrecken – teuer, sensibel, genau planen
In-Ear-Funkstrecken sind einer der kritischsten Punkte im gesamten Setup.
Hier geht es nicht um Komfort, sondern um Zuverlässigkeit und Sicherheit auf der Bühne.
Die Platzhirsche im Funk
Im Live-Alltag haben sich vor allem Systeme von Sennheiser und Shure etabliert. Das sind bewährte Industriestandards – alles darunter ist oft ein Kompromiss.
Sennheiser (Made in Germany): https://sennheiser.com
Shure (Made in USA): https://shure.com/
Analog vs. digital – was man wirklich merkt
Analoge In-Ear-Systeme sind die klassische Technik:
- man hört Rauschen
- man hört Einstreuungen
- Störungen kündigen sich oft früh an
Das ist nicht schön, aber vorhersehbar.
Digitale In-Ear-Systeme funktionieren anders:
- kein Rauschen
- keine Einstreuungen
- sauberes Signal, solange die Verbindung steht
Wenn etwas schiefgeht, gibt es kurze Dropouts – entweder Signal oder eben keins. Digitale In-Ear-Systeme sind technisch sehr stark, aber:
- sehr teuer
- aktuell eher im Touring- und Rental-Bereich angesiedelt
Systeme wie Sennheiser Spectera oder Shure Axient Digital PSM sind für Bands wirtschaftlich aktuell meist nicht sinnvoll. Allein ein Bodypack kann hier schnell um die 1.000 Euro kosten.
Inears Systeme für Bands (Stand 2026)
Für selbst finanzierte Band-Setups gilt aktuell:
- In-Ear digital → technisch top, finanziell oft Overkill
- In-Ear analog → deutlich günstiger, bewährt, live-tauglich
Bewährte analoge Inear-Serien
Gerade die klassischen analogen Serien (z. B. Sennheiser EW-G4 IEM oder Shure PSM 900) sind für viele Bands immer noch der realistischste Weg.
Sennheiser
- EW-G4 IEM: Der klassische analoge Industriestandard. Robust, klanglich top und in fast jedem Profi-Rack zu finden.
Shure
- PSM 300: Der ideale Einstieg. Solide digitale Technik, einfach zu bedienen und preislich attraktiv.
- PSM 900: Professionelles analoges System. Extrem zuverlässig und für viele Bands der realistischste Weg in die Oberklasse.
- PSM 1000: Das absolute High-End Touring-System. Maximale Schaltbandbreite und Stabilität, aber preislich im Premium-Segment.
3.2.3 Funkmikrofone – digital ist hier meist die bessere Wahl
Bei Funkmikrofonen sieht die Situation anders aus als bei In-Ear.
Digitale Funkmikrofone sind inzwischen relativ bezahlbar und im Alltag oft die bessere Lösung.
- kein Rauschen
- keine Einstreuungen
- sauberes Signal
Wenn es Probleme gibt, äußern sie sich als Dropouts, nicht als dauerhaftes Störgeräusch.
Bewährte Mikrofon Funkstrecken-Serien
Bei Sennheiser sind Funkmikrofone für Bands besonders preislich interessant:
- EW-G4 → klassische analoge Funkstrecke
- EW-D / EW-DX → digitale Funkmikrofone, moderner Ansatz
- EM 6000 → High-End Touring Standart, für selbstzahlende Bands Overkill
Gerade EW-D ist für viele Bands ein sehr guter Einstieg in digitale Funktechnik: stabil, übersichtlich, preislich noch im Rahmen.
Bei Shure bietet mit Axient absolute High-End-Lösungen für Funkmikrofone. Technisch über jeden Zweifel erhaben, preislich aber klar im Profi- und Rental-Segment.
- BLX: Günstiger Einstieg. Einfachste Bedienung, ideal für kleine Budgets.
- QLX-D: Digitale Mittelklasse. – der "Sweet Spot" für ambitionierte Bands.
- ULX-D: Profi-Touring & Installation. Preislich im Obersegment aber machbar.
Frequenztrennung Analog und Digital
Wichtig ist, Funkmikrofone und In-Ear-Strecken nicht über einen Kamm zu scheren:
- Funkmikrofone: digital sinnvoll und bezahlbar
- In-Ear-Funk: digital meist sehr teuer, analog oft die bessere Wahl
Wer das sauber trennt, spart viel Geld – ohne auf Zuverlässigkeit zu verzichten. Digitale Latenzen würden jetzt hier den Rahmen sprengen.
Exkurs: Frequenzbänder für Funkmikrofone & In-Ear – Überblick (Deutschland)
Wichtig: Die rechtlich verbindliche Stelle ist die Bundesnetzagentur.
Aktuelle Infos findest du hier:
? ? https://www.bundesnetzagentur.de/frequenzen
Für Bands und kleinere Live-Setups gilt: UHF ist nach wie vor der sinnvollste Bereich, wenn man Stress vermeiden will.
Empfohlene Frequenzbereiche (DE)
| Frequenz | Status | Praxis |
|---|---|---|
| 470–608 MHz | Lizenzfrei | ✅ sehr gut |
| 614–694 MHz | Lizenzfrei | ✅ sehr gut |
| 694–790 MHz | Eingeschränkt | ⚠ ️ mit Planung |
| 790–821 MHz | LTE | ❌ meiden |
| 823–832 MHz | LTE-Gap | ⚠ ️ störanfällig |
| 863–865 MHz | SRD | ⚠ ️ wenig Kanäle |
| 2,4 GHz | WLAN | ❌ ungeeignet |
Kurz gesagt:
470–694 MHz ist der Bereich, in dem du als Band sicher unterwegs bist.
LTE-Thema kurz erklärt:
Alles ab 790 MHz ist primär Mobilfunk.
Auch sogenannte „Gaps“ wie 823–832 MHz liegen direkt neben LTE-Bändern und sind in der Praxis oft instabil.
Hersteller-Bandbezeichnungen (Praxisübersicht)
Sennheiser & Shure – brauchbare UHF-Bänder
| Hersteller | Band / Serie | System | Frequenz |
|---|---|---|---|
| Sennheiser | A | Analog | 470–516 MHz |
| Sennheiser | G | Analog | 566–608 MHz |
| Sennheiser | B | Analog | 626–668 MHz |
| Sennheiser | Q1–9 | Digital | 470–550 MHz |
| Sennheiser | R1–9 | Digital | 520–607,8 MHz |
| Sennheiser | S1–10 | Digital | 606,2–693,8 MHz |
| Shure | G | A/D | ab 470 MHz |
| Shure | H | A/D | ab 518 MHz |
| Shure | K | A/D | ab 596 MHz |
| Shure | Axient G56 | Digital | 470–636 MHz |
| Shure | Axient K55 | Digital | 606–694 MHz |
Quellen:
Die exakten Bereiche variieren je nach Modell. Maßgeblich ist immer die Angabe auf dem Gerät bzw. Datenblatt.
Hätten wir das auch endlich mal kompakt geklärt...
Trenne klar zwischen Mikrofon und In-Ear:
- Funkmikrofone: heute meist digital die beste Wahl
- In-Ear-Funk: analog oft wirtschaftlich sinnvoller
- Alles unter Sennheiser und Shure macht selten Spaß
- Ultra High-End-Systeme lohnen sich meist nur für Verleiher oder große Touren
Gute Technik ist nicht die teuerste – sondern die, die zum Einsatz passt.
Meine Entscheidungshilfe
Christian Benner
3.3 Netzwerk & WLAN – robust, Reichweite, einfach geil!
Nicht jedes Inear Rack braucht ein komplexes Netzwerk.
Deshalb unterscheide ich hier ganz klar zwischen zwei Anwendungsfällen.
3.3.1 Musiker-Steuerung vs. FOH-Steuerung
Alternativ zu einem Personal Monitor Mixer, reicht für viele Bands ein simples WLAN im Rack völlig aus. Ein paar Smartphones, kurze Distanzen, keine hohen Anforderungen.
Sobald das Rack aber auch für FOH per Tablet genutzt wird, ändert sich das Spiel.
Größere Entfernungen, viele Menschen im Raum und wechselnde Locations sorgen dafür, dass einfache Router schnell an ihre Grenzen kommen.
3.3.2 Mein Netzwerk-Setup für den FOH-Betrieb
Ich fahre grundsätzlich ein eigenes, geschlossenes Netzwerk.
Kein Venue-WLAN, kein Internet, keine Abhängigkeiten.
Router und Switch bleiben fest im Rack. Der entscheidende Punkt ist der Access Point:
Der gehört nicht ins Rack, sondern raus auf ein Stativ.
Und da wollte ich einfach ein super geiles System haben, was super fix aufgebaut ist und dazu noch gut aussieht.
Als Access Point nutze ich den Ubiquiti U6 Mesh.
Der ist rundstrahlend, sehr stabil und dafür gemacht, frei im Raum zu arbeiten. Höhe und freie Sicht bringen hier mehr als jede Antenne, die im Metallrack verschwindet.
So bleibt das Setup immer gleich:
- Rack auf die Bühne
- Access Point aufs Stativ
- Tablet verbinden, Abfahrt.
Hinweis: Ein Access Point, oder wie ich sagen würde WLAN Antenne, läuft nur mit ROUTER davor, da der Router die IP Adressen vergibt.
Das WLAN-Reichweiten-Monster mit 5Ghz
Ubiquiti ist für mich kein Experiment, sondern Werkzeug.
Das Zeug läuft – auch bei größeren Events mit vielen Smartphones im Publikum.
Mit einem kleinen Switch im Rack habe ich genug Ports für:
- Rackmixer
- Funkstrecken mit Netzwerk
- Access Point
- Laptop oder Tablet
Ein weiterer Vorteil:
Der Access Point wird per PoE versorgt. Der Strom kommt also direkt über das Netzwerkkabel. Am Stativ liegt dadurch nur ein einziges Ethernetkabel, kein separates Netzteil, kein Gefummel an Steckdosen.
Einstecken, hochziehen, arbeiten.
Die Konfiguration bleibt einmal sauber eingerichtet und funktioniert danach reproduzierbar bei jedem Gig.
Ubiquiti U6 Mesh W-LAN Antenne
Das sind die kleinen feinen Dinge, die es dann schick machen. Der U6 hat einen Steckadapter mit einer kleinen Gewindeaufnahme im Lieferumfang. Steht nirgends, aber dadurch können wir das mega sauber auf ein Fotostativ, Mikrofonstativ oder jedes beliebige Manfrotto Gelenk keulen!

Das Zeug muss einfach funktionieren, ob mit externer Antenne oder ohne!
- Nur In-Ear & Bandbetrieb:
Ein simples WLAN direkt im Rack reicht völlig aus. - FOH per Tablet, größere Distanz:
Ein externer Access Point auf Stativ ist Pflicht. - Mein Setup:
Ubiquiti Netzwerk + U6 Mesh als externer Access Point.
Meine Entscheidungshilfe
Christian Benner
4) Verkabelung & Zubehör – Patchblende, Catcore & Co
Ein gutes In-Ear-Rack erkennt man nicht daran, wie voll es ist, sondern daran, wie schnell es einsatzbereit ist.
Ziel dieses Racks ist es, den Aufbau auf der Bühne so einfach wie möglich zu halten und typische Fehlerquellen von vornherein auszuschließen.

Deshalb ist die komplette Verkabelung so geplant, dass wenig gesteckt wird, nichts improvisiert werden muss und jeder Aufbau immer gleich abläuft. Nicht mehr Technik macht hier den Unterschied, sondern ein klares Patch- und Verbindungskonzept.
4.1 Front-Patching statt Kabelsalat
Ich bin faul. Ich hatte keine Lust mehr auf XLR-Stecken und Kabel ziehen!
Auf der Bühne soll möglichst wenig passieren.
Je mehr Kabel gesteckt werden müssen, desto mehr kann schiefgehen. Genau deshalb ist das Rack so aufgebaut, dass ausschließlich an der Front gepatcht wird.
Alle Geräte im Rack sind fest miteinander verkabelt. Hinten wird nichts gesteckt, nichts umgebaut und nichts angefasst. Beim Aufbau werden nur die wenigen definierten Anschlüsse vorne verbunden – immer an derselben Stelle und immer im gleichen Ablauf.
Das sorgt für zwei Dinge:
mechanischen Schutz für die Geräte und einen reproduzierbaren Aufbau. Egal, wer das Rack anschließt – das Prinzip bleibt gleich.
Einstecken, einschalten, arbeiten.

4.2 Die Front: Custom-Blende & CatCore
An der Front des Racks sitzt bewusst nur das, was im Live-Alltag wirklich gebraucht wird:
- eine 1 HE Custom-Blende
- eine 1 HE CatCore
- eine 1 HE Antennen-Blende
Die Custom Rackblende habe ich bei Rack247.com im Online-Konfigurator selbst designed und bestellt. Die fertige Blende war nach 5 Tagen schon in der Post.
Rack24/7: Mein Design als Vorlage nutzen
Die Custom-Blende war notwendig, weil ich mit PowerCON True1 arbeiten. Diese Stecker sind größer als klassische D-Norm-Buchsen. Standard-Blenden passen hier schlicht nicht. Statt zu basteln, habe ich die Blende passend anfertigen lassen – sauber, stabil und ohne Kompromisse.
Als zentrales Verbindungselement kommt CatCore zum Einsatz. Das ist Touring-Standard und deutlich robuster als einfache Ethercon-Panels. Die Buchsen sind sauber über Platinen verlötet und dafür gemacht, häufig gesteckt zu werden.
Der große Vorteil im Alltag:
Über eine Cat-Leitung lassen sich vier XLR-Wege führen. Damit ersetzt ein Kabel direkt mehrere Einzelverbindungen. Weniger Kabel, weniger Steckvorgänge, weniger Fehlerquellen – genau das war das Ziel.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen4.3 Audio over Ethernet – maximaler Zeitgewinn
Ich setze konsequent auf Audio over Ethernet über AES50 und Catcore.
AES50 ist das von Behringer und Midas verwendete Protokoll für Stageboxen und Rackmixer und läuft über ganz normale CAT-Kabel mit Ethernet- bzw. Ethercon-Steckern. Die Produkte von Catcore ebenfalls, hier muss man nur auf die Belegung der Ethernet-Sttecker achten.
Für viele Bands ist das noch ungewohnt, im Live-Alltag ist es aber ein massiver Zeitgewinn. Statt mehrere XLR-Kabel zu ziehen, reicht eine einzige Cat-Strecke. Das spart nicht nur Material, sondern vor allem Zeit beim Auf- und Abbau.
CAT-Leitungen statt XLR
Ich habe mich bei Audio Over Enthernet für die Firma Catcore aus Nürnberg entschieden, welche sich im Pro Audio Bereich bereits länger etabliert haben.
Mir war ein robustes System wichtig, was hochwertig verarbeitet. Die nächsten 10 Jahre will ich Ruhe damit haben. Catcore habe ich bei Thomann als Sonderposten angefragt, gibt es aber auch bei Huss & Licht.
Hersteller: https://cat-core.de/de
Deutscher Vertrieb: https://huss-licht-ton.de (Artikel Link)
Am Schlagzeug liegt eine externe Stagebox (Midas DL16) direkt am Drumriser. Die Mikrofone werden dort kurz verkabelt, die lange Strecke zurück ins StageRack läuft über AES50. Strom über ein ein Strom/Ethernet Hybridkabel.
Die Enthernet-Auflösung bei den Pedalboards. Das Pendant zur Rackeinheit.
In Kombination mit festen Bühnenpositionen ergibt sich ein extrem schlankes Setup.
4.4 Bühnenverkabelung mit Hybridkabeln
Auf der Bühne arbeite ich mit Hybridkabeln von KLOTZ.
In diesen Kabeln laufen eine Cat-Leitung für Audio/Signale und eine separate Stromleitung gemeinsam in einem Mantel – sauber voneinander isoliert.
Das bedeutet:
Statt ein Netzwerkkabel und ein Stromkabel zu ziehen, reicht ein einziges Kabel.
Hybridkabel
Nach langer Recherche habe ich das passende Hybridkabel bestehen aus 1x Enthernet + 1x Strom gefunden.
Hersteller: https://shop.klotz-ais.de
Deutscher Vertrieb: https://huss-licht-ton.de (Artikel Link)
Achtung: Es muss das Kabel von KLOTZ sein, da es das einzige mir bekannte ist, wo die Stromzuleitung zusätzlich abisoliert ist. Bei Sommercable hat man z.B. nach dem abisolieren nur die 3 Adern in der Hand. Das ist in Deutschland verboten.
Konkret sieht das so aus:
- eine Hybridstrecke zum Bass-Pedalboard
- eine Hybridstrecke zum Gitarren-Pedalboard (Kemper)
- eine Hybridstrecke zur Drum-Stagebox
Unterm Strich werden für die komplette Verteilung von Strom und Audiosignalen nur drei Kabel über die Bühne gezogen. Mit wenigen Handgriffen steht so ein komplettes Festival-Setup innerhalb weniger Minuten.
4.5 Kabel & Stecker – Touring-Standard statt Bastellösung
Beim Thema Kabel haben wir bewusst recherchiert. Nicht, weil Kabel den Sound verändern, sondern weil sie im Live-Alltag ständig bewegt, gezogen und gelegt werden.
Verkabelung auf der Bühne
Für die XLR-Verbindungen nutzen wir Sommer Cable Stage 22.
Ich habe auch Cordial und dickere Touring-Kabel in Betracht gezogen. Am Ende hat ein Punkt den Ausschlag gegeben: Flexibilität. Das Stage-22-Kabel lässt sich sehr gut legen, bleibt geschmeidig und ist im Alltag einfach angenehm zu handhaben. Preislich liegt es ebenfalls in einem sehr vernünftigen Bereich.
Verkabelung im Rack
Dicke XLR-Kabel im Rack nutzen ist Gewicht und macht die Sache ganz schnell unübersichtlich, wenn man 16 oder mehr Patchkabel unterbringen muss.
Neutrik NE8 MX 6-T für Audio Over Ethernet zum Krimpen
Bei den Steckverbindern setzen wir konsequent auf Neutrik:
- XLR-Stecker für alle Mikrofonleitungen
- Ethercon-Stecker für Cat- und AES50-Verbindungen
- PowerCON True1 für die Stromverteilung
Neutrik NC3MXX
Neutrik NC3FXX
Neutrik etherCON NE8MX6-T
Das ist robuster Touring-Standard und genau dafür gemacht, viele Gigs zu überleben.
Zum Thema Strom noch ein wichtiger Punkt:
Im Rack und auf der Bühne kommen nur dafür zugelassene Leitungen zum Einsatz, z. B. flexible Gummikabel (H07RN-F). Alles andere ist im Live-Betrieb fehl am Platz. Mehr Elektrotechnik-Beratung braucht es an dieser Stelle nicht.
Nexans Titanex H07RN-F 5x2,5mm² (10m)
Steckdosenleiste 19" Rackeinbau
PowerCon TRUE1 NAC3F-True1-L, Titanex H07RN-F 3G2,5
Neutrik powerCON TRUE1 Panel Socket NAC3FPX-TOP
Neutrik powerCON TRUE1 Panel Socket NAC3MPX-TOP
Neutrik powerCON NAC3M-TRUE1-TOP
Neutrik powerCON NAC3F-TRUE1-TOP
4.6 Schubladen aus der Hölle
Was soll man bei einer Schublade schon falsch machen? Hinterher ist man immer schlauer.
Gewicht & Stabilität: Klassische Stahlschubladen sind massiv und gehören aufgrund ihres Gewichts eher nach ganz unten ins Rack. Es gibt zwar wesentlich leichtere und schickere Alternativen aus Aluminium, doch die sind im harten Touring-Alltag leider durchgefallen.
Die Arretierung ist oft zu schwach. Was bringt eine schöne Schublade, die leichtgängig auf und zu geht, aber beim Transport versagt? Am Ende gewinnt die Funktionalität: Also doch die hässlichen Dinger mit Schloss und Plastik-Schnapper.
1/3 oder Vollauszug: Das muss man auch erst mal wissen! Also Achtung bei Schaumstoff Inlets o.Ä. Wenn du an deine Mikrofone oder Bellpacks noch rankommen möchtst, ohne dir die Hand zu brechen, dann Vollauszug.
Adam Hall 19" Stahl Schublade
Adam Hall 19" Aluminium Schublade
4.7 Die kleinen Dinge, die es richtig cool machen
Das ist der eigentliche Abschnitt, der mir am meisten Spaß macht. Undzwar sind es die kleinen Lösungen, die das ganze Projekt so cool abrunden. Kleine Posten, die wenn man im Internet danach sucht, Stunden verschlingen.
5. Praxis-Tipps: Die Umsetzung DIY Rackbau
Ich habe extrem viel Zeit mit der Recherche verbracht, aber am Ende muss man doch immer etwas nachbestellen – seien es Schrumpfschläuche in der passenden Größe, spezielle Rackschrauben oder Kleinteile, die man nicht auf dem Schirm hatte.
5.1 Werkzeug & Kleinteile – bewusst ausgelagert
Ein Thema habe ich in diesem Artikel absichtlich nicht im Detail behandelt:
Werkzeug, Lötzinn, Crimpzangen, Schrumpfschlauch, Kleinteile.
Nicht, weil es unwichtig ist – sondern weil es einen eigenen Beitrag verdient.
Gerade beim Selbstbau von Kabeln entscheidet sich hier, ob:
- der Eigenbau wirklich günstiger ist
- die Kabel langfristig halten
- der Bau Spaß macht oder nur frustriert
Dazu gibt es einen separaten Praxisartikel, in dem ich genau darauf eingehe:
- welches Werkzeug wirklich nötig ist
- woran man Qualität erkennt
- wo man sparen kann und wo nicht
(kommt April 2026)
? ? [Zum Artikel: Kabel selbst bauen – Werkzeug & Material im Überblick]
5.2 Der größte Stressfaktor: Die Netzwerk-Programmierung
Nicht der physische Einbau war der Endgegner, sondern die Programmierung. Die IP-Adressen, DHCP-Bereiche und die WLAN-Stabilität so zu konfigurieren, dass alles zwischen Mixer, Funkstrecken, Switches & Router fehlerfrei kommuniziert, hat mich am meisten Nerven gekostet. Plane hierfür genug Zeit ein.
5.3 Maßarbeit & Wartung: Kabel mit Köpfchen
Baue erst alle Geräte fest ein und bestimme dann die Kabellängen. Oft brauchst du deutlich mehr Weg, um Kabel sauber an den Seitenwänden entlangzuführen, statt sie quer durch das Rack zu spannen. Das verhindert Kabelsalat und schont die Buchsen.
Nutze Kabelbinder für die Ordnung, aber zurre sie nicht zu fest: Wenn du die Stränge locker führst, kannst du im Defektfall ein einzelnes Kabel tauschen, ohne den kompletten Kabelbaum aufschneiden zu müssen.
5.2 Abschließende Einordnung
Dieses In-Ear Rack ist kein Dogma. Nicht jede Band braucht CatCore oder Hybridkabel. Aber das Grundprinzip gilt immer:
- Klare Planung vor dem Kauf.
- Minimale Steckverbindungen (alles fest verkabeln).
- Feste Kabelwege für einen reproduzierbaren Aufbau.
Wenn du dein Rack so denkst, funktioniert es beim 50. Gig noch genauso wie beim ersten.
Und genau dafür ist dieser Artikel gedacht.
Happy Mixing!
Christian Benner
PS: Das Rack kommt übrigens zum Einsatz bei dukstrio.de und nonplusx.de. Besucht mich doch gerne mal auf einem Konzert.


